Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks Schleswig-Holstein

Freisprechungsfeier am 20.08.2021

Eine Junggesellin und drei Junggesellen von ihrer Lehrzeit freigesprochen

Am 20.08.2021 konnte die Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Schleswig-Holstein eine Junggesellin mit Fachrichtung Steinbildhauerarbeiten und drei Junggesellen, zwei mit der Fachrichtung Steinmetzarbeiten und einer mit der Fachrichtung Steinbildhauerarbeiten, von ihrer Lehrzeit freisprechen.

Landesinnungsmeister Wulf Helmert, sowie der Prüfungsausschuss, gratulierten ihnen recht herzlich zur bestandenen Gesellenprüfung und hoffen, dass diese dem traditionellen und umfangreichen Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk auch in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn treu bleiben und die Möglichkeiten der Fortbildung nutzen, um sich stetig weiterentwickeln und weiterbilden zu können.

Eine qualifizierte Ausbildung des Nachwuchses ist der Innung ein großes Anliegen. Hier wird besonderer Wert auf die Qualität der Prüfung und auf fachlich gut ausgebildete Steinmetze und Steinbildhauer/innen gelegt. Aus diesem Grund freuen wir uns Frau Pape, Herrn Jacobs, Herrn Böttcher und Herrn Grotkopp im Gesellenstand begrüßen zu dürfen und wünschen ihnen für ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass Frau Pape und Herr Jacobs sich für den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2021, sowie für den Wettbewerb "Die Gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten" qualifiziert haben. Sollten die beiden Prüfungsbesten an den Wettbewerben teilnehmen, wünschen wir ihnen viel Freude und Erfolg dabei.

Impressionen der Zwischen- und Gesellenprüfung 2021


Das Anmeldeformular finden Sie hier


Neues Ausbildungsvideo vom Bundesinnungsverband!

Mach' mit und bring' den Stein ins Rollen....


Jedes Stück ein Unikat

Steinmetze und Steinbildhauer gehören den Zahlen nach zu den kleineren Branchen im Handwerk Schleswig-Holsteins

Doch ihre Geschichte ist uralt – und die Aufgabe, Tradition und Moderne miteinander in Einklang zu bringen, für Innung und Betriebe eine gewaltige Herausforderung.

Ihre Aufgaben sind vielfältig. Sie fertigen Grabsteine an, setzen altehrwürdige  Denkmäler, Steinfassaden und Kirchenportale instand. Aber ebenso verlegen sie moderne Fußböden, richten brandneue Küchen und Bäder ein. Ihre Fachkenntnis garantiert, dass die Arbeit sinnvoll, effektiv und sicher für alle Beteiligten ausgeführt wird. Dennoch zählen Steinmetze im Norden zu einer eher seltenen Gattung:  Von den rund 11 000 Gesellen, die insgesamt in Deutschland arbeiten, sind nur etwa 100 zwischen Nord- und Ostsee beschäftigt. Und Nachschub ist kaum in Sicht: Die Zahl der Auszubildenden werde wohl auch in den kommenden Jahren nicht signifikant steigen, so Wulf Helmert, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Schleswig-Holstein. In der Folge macht sich bei den 28 Mitgliedsbetrieben mehr und mehr ein Mangel an Fachkräften bemerkbar.

„Verlässlichkeit des Handwerks ist bei uns das A und O“, sagt Helmert. „Die aktuell beschäftigten Mitarbeiter sind auch sehr gut ausgebildet. Doch es gibt immer weniger geeignete Lehrlinge“, erläutert der Obermeister. Insgesamt gehe die Zahl der Bewerbungen für die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze zurück. Auch, wenn offiziell kein Schulabschluss für die Lehre gefordert ist – derzeit sei es schwierig, Nachwuchs zu finden und aufzubauen. 

Helmert ist 55 Jahre alt, seit mehr als zehn Jahren Landesinnungsmeister und bildet immer wieder selbst aus. Er macht deutlich, dass es beim Beruf des Steinmetzen besonders um Sorgfalt und Genauigkeit gehe, beispielsweise bei der Fertigung eines Grabsteins, eines Kamingesims oder einer Küchenarbeitsplatte. Nicht auszudenken, wenn bei ersterem  im Schriftzug ein falsch gesetzter Buchstabe auftauchte. Auch ein gewisses Einfühlungsvermögen gehöre zu den Fähigkeiten, die ein Steinmetz haben sollte – um auf die Wünsche des Kunden eingehen und eventuell ergänzende Vorschläge machen zu können, erklärt der Obermeister. Bei der Herstellung eines Grabmals geht es ihm zufolge  neben wirtschaftlichen auch um emotionale Aspekte. Helmert: „Ich kenne viele Kunden und habe oft miterlebt, dass diese, wenn sie auf dem Friedhof zum ersten Mal vor dem fertigen Stein stehen, vor Rührung in Tränen ausbrechen.“

Die Lehre zum Steinmetz- und Steinbildhauergesellen dauert mindestens drei Jahre. Im Rahmen der dualen Ausbildung kann sich der Auszubildende für einen der zwei namensgebenden Schwerpunkte entscheiden, für die Spezialisierung zum Steinmetz oder Steinbíldhauer. In den ersten zwei Ausbildungsjahren werden gemeinsame Fähigkeiten vermittelt, beispielsweise, Bau- und Werkzeichnungen anzufertigen und Maschinen zum Schleifen, Polieren, Fräsen und Trennen zu bedienen. „Mir ist es wichtig, Tradition mit Fortschritt und Innovation zu verbinden“, sagt Helmert. „Wir als Fachbetriebe wollen das Optimale, das unser Handwerk bieten kann, unter Einbeziehung des Kunden umsetzen.“ Die Digitalisierung hält auch in dieser Branche Einzug – in Maßen. Immer mehr kommt dabei ein Prozess zum Tragen, der „Industrie 4.0“ heißt und meint: Die individuellen Ideen des Kunden, beispielsweise die Gravur eines Grabsteins, werden im Betrieb entweder unter handwerklichen oder technisierten Bedingungen, je nach Ausstattung des Betriebs, umgesetzt. 

Doch auch, wenn heute immer mehr Maschinen zum Einsatz kommen, zähle handwerkliches Geschick nach wie vor zu den Fertigkeiten, die Steinmetze und solche, die es werden wollen, besitzen sollten: „Wir bilden immer noch mit manuellem Anteil in der Lehre aus“, so Helmert. Hammer, Meißel, Stift, Zirkel und Lineal bleiben also wichtige Utensilien. Am Schluss der Ausbildung steht schließlich die Gesellenprüfung – hier muss der Auszubildende sein Geschick in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. 

Seine eigene Lehre begann Obermeister Helmert 1979 in Köln. „Schon damals hieß es: ‚Du lernst hier einen aussterbenden Beruf‘“, schildert er. Heute , knapp 40 Jahre später, gibt es die Steinmetze immer noch. Derzeit absolviert sein Sohn Moritz, 22 Jahre, seine Meisterausbildung. Dessen Freunde hätten, als Moritz in die Lehre ging, nur wenig mit der Vorstellung einer Karriere im Handwerk anfangen können. Heute sei das anders, sagt Helmert: „In unserer Zeit werden wieder vermehrt Traditionen nachgefragt, die als eine Art Brücke für das eigene Schaffen und die Selbstverwirklichung wahrgenommen werden.

“Wer sich für eine Ausbildung zum Steinmetz oder Steinbildhauer interessiert, kann sich bei Betrieben in seiner Nähe sowie bei der Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks Schleswig-Holstein, Wasbeker Straße 351, 24537 Neumünster, unter Telefon 04321 6088-0 sowie per E-Mail an info@handwerk-nms.de informieren. 


Anmelden


Ihre Zugangsdaten können Sie unter zugangsdaten@hw-mh.de anfordern.

Informationen für Mitglieder

  • Allgemeines

  • Einladungen

  • Informationen

  • Protokolle

    Weitere Protokolle können angefordert werden!

  • Recht/Muster

  • Satzungen

  • Tarif

  • Vorstand

    Weitere Protokolle können angefordert werden!