Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks Schleswig-Holstein

AVE des Lohntarifvertrages vom 18.01.2018 mit Wirkung zum 30.01.2020

Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit war zum zweiten Mal erfolgreich-

Der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne vom 18.01.2018  ist mit räumlicher Wirkung für den Bereich des Landes Schleswig-Holstein und mit Wirkung zum 30.01.2020 vom Minister für Wirtschaft, , Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, Dr. Bernd Buchholz, für allgemeinverbindlich erklärt worden. Die Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) wurde gemeinschaftlich von der Landes-Innung des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Schleswig-Holstein und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt beantragt. Von der AVE erfasst sind die Lohngruppe 3,4,5 und 6; insbesondere die Allgemeinverbindlichkeit des Ecklohnes.

Nicht erfasst sind also lediglich die Lohngruppen 1, 2 und 7 des vorbezeichneten Tarifvertrages für Das Land Schleswig-Holstein. 

Die AVE bedeutet, dass den Arbeitnehmern verpflichtend die für allgemeinverbindlich erklärten Löhne gezahlt werden müssen, unabhängig davon, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der jeweiligen Tarifvertragspartei organisiert sind.

Landesinnungsmeister Wulf Helmert begrüßt den gemeinsamen Erfolg seiner Innung und der Arbeitnehmerorganisation IGBAU. „ Ich freue mich, dass es nach ausführlicher Vorbereitung gelungen ist, einen Beitrag zur Attraktivität und Zukunftssicherheit unseres Handwerks zu erlangen und faire und auskömmliche Löhne und damit eine sichere Kalkulationsgrundlage für das Steinmetzhandwerk im Norden zu erreichen.“ 

Daneben ist weiterhin der Tarifvertrag zur Regelung eines Mindestlohnes im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (TV Mindestlohn) vom 25.02.2019 zu beachten. Der Mindestlohn beträgt seit dem 01.05.2019  11,85 Euro und ab 01. 05.2020  12,20 Euro. Die Dritte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
(Dritte Steinmetzarbeitsbedingungenverordnung – 3. SteinmetzArbbV) zum 01.09.2019 in Kraft getreten.


Wichtige Information

Terminverschiebung Stone+tec 2020

Die Nürnberg Messe hat zusammen mit dem Fachbeirat entschieden, die Stone+tec 2020 vom 17.06. - 20.06.2020 zu verschieben. Die nächste Stone+tec wird im Zeitraum Mai / Juni 2021 in Nürnberg stattfinden.


Wichtige Bekanntmachung des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks

Dritte Verodnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk

Der aktuelle Mindestlohntarifvertrag ist im Februar 2019 von den Tarifvertragsparteien unterschrieben worden und zum 01. Mai 2019 in Kraft getreten. Jedoch wurde noch keine Allgemeinverbindlichkeit erklärt, so dass der Mindestlohntarifvertrag noch keine Wirksamkeit auf alle Steinmetz- und Steinbildhauerbetriebe entfaltet hatte. Der Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit (genauer: Dritte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk) wurde dem Tarifausschuss im Bundeskabinett jetzt am 28. August 2019 zur Entscheidung vorgelegt. Erwartungsgemäß hat der Tarifausschuss die Rechtsverordnung auch beschlossen. Die Allgemeinverbindlichkeitsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales tritt zum 01. September 2019 in Kraft. 

Ab 01. September ist jetzt für alle Betriebe im Steinmetz und- Steinbildhauerhandwerk bundesweit ein Mindestlohn in Höhe von 11,85 € verbindlich. Die nächste Anpassung erfolgt zum 1. Mai 2020 auf 12,20 €. Zum 30. April 2021 tritt der Mindestlohntarifvertrag ohne Nachwirkung außer Kraft.

Die BAnz-Bekanntmachung ist abrufbar auf der Internetseite des vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz herausgegebenen BAnz www.bundesanzeiger.de unter "Schnellzugriff" > "zum Amtlichen Teil" > "30.08.2019" > "BAnz AT 30.08.2019 V1".

Den Tarifvertrag vom 25.02.2019 zur Regelung eines Mindestlohnes im Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks finden Sie hier.


3 Junggesellen freigesprochen

Herzlichen Glückwunsch!

Am 16.08.2019 konnte die Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Schleswig-Holstein ihre  Junggesellen freisprechen.

Landesinnungsmeister Wulf Helmert ist stolz, dass dieses Jahr  3 frisch gebackenen Junggesellen auf der Freisprechungsfeier am 16.08.19 freigesprochen werden konnten. „Unser Nachwuchs ist unserer Innung ein sehr großes Anliegen, was die Qualität der Ausbildung und der Prüfung angeht. Unsere Innung legt besonderen Wert auf fachlich gut ausgebildete Steinmetze und Steinbildhauer. Der Fachkräftemangel macht sich auch in  unsrem Handwerk bemerkbar, so dass es natürlich erfreulich ist den Nachwuchs im Gesellenstand begrüßen zu können. Unser Handwerk ist nach wie vor ein attraktiver Arbeitgeber. Damit das auch bei Schülern, Eltern und Lehrern bekannter wird, ist unsere Innung immer dabei, wenn es um Nachwuchswerbung geht, z.B. auf Jobmessen, durch Aktionen am Tag des Handwerks, aber natürlich auch im Internet auf Steinmetz-SH.de wird die Attraktivität unsers Handwerks dargestellt.“ Helmert gratulierte den Junggesellen herzlich und hofft, das diese dem Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk auch in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn treu bleiben. Auch die Prüfungsausschussvorsitzende Martina Stumpf ist mit den Prüfungsergebnissen zufrieden. „Die Prüfungsergebnisse sind dieses Jahr wieder erfreulich. Die Prüflinge waren mit viel Eifer dabei, so dass die Prüfung sowohl für die Prüflinge als auch für die Prüfer positiv verlaufen ist. Dieses Jahr ist sogar ein Landessieger (Herr Ashot Martirosyan, Fachrichtung: Steinbildhauerarbeiten) unter den Prüflingen. Das ist natürlich etwas ganz besonderes“.

Impressionen der Gesellenprüfung & Freisprechungsfeier am 16.08.2019


Neues Ausbildungsvideo vom Bundesinnungsverband!

Mach' mit und bring' den Stein ins Rollen....


Jedes Stück ein Unikat

Steinmetze und Steinbildhauer gehören den Zahlen nach zu den kleineren Branchen im Handwerk Schleswig-Holsteins

Doch ihre Geschichte ist uralt – und die Aufgabe, Tradition und Moderne miteinander in Einklang zu bringen, für Innung und Betriebe eine gewaltige Herausforderung.

Ihre Aufgaben sind vielfältig. Sie fertigen Grabsteine an, setzen altehrwürdige  Denkmäler, Steinfassaden und Kirchenportale instand. Aber ebenso verlegen sie moderne Fußböden, richten brandneue Küchen und Bäder ein. Ihre Fachkenntnis garantiert, dass die Arbeit sinnvoll, effektiv und sicher für alle Beteiligten ausgeführt wird. Dennoch zählen Steinmetze im Norden zu einer eher seltenen Gattung:  Von den rund 11 000 Gesellen, die insgesamt in Deutschland arbeiten, sind nur etwa 100 zwischen Nord- und Ostsee beschäftigt. Und Nachschub ist kaum in Sicht: Die Zahl der Auszubildenden werde wohl auch in den kommenden Jahren nicht signifikant steigen, so Wulf Helmert, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Schleswig-Holstein. In der Folge macht sich bei den 28 Mitgliedsbetrieben mehr und mehr ein Mangel an Fachkräften bemerkbar.

„Verlässlichkeit des Handwerks ist bei uns das A und O“, sagt Helmert. „Die aktuell beschäftigten Mitarbeiter sind auch sehr gut ausgebildet. Doch es gibt immer weniger geeignete Lehrlinge“, erläutert der Obermeister. Insgesamt gehe die Zahl der Bewerbungen für die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze zurück. Auch, wenn offiziell kein Schulabschluss für die Lehre gefordert ist – derzeit sei es schwierig, Nachwuchs zu finden und aufzubauen. 

Helmert ist 55 Jahre alt, seit mehr als zehn Jahren Landesinnungsmeister und bildet immer wieder selbst aus. Er macht deutlich, dass es beim Beruf des Steinmetzen besonders um Sorgfalt und Genauigkeit gehe, beispielsweise bei der Fertigung eines Grabsteins, eines Kamingesims oder einer Küchenarbeitsplatte. Nicht auszudenken, wenn bei ersterem  im Schriftzug ein falsch gesetzter Buchstabe auftauchte. Auch ein gewisses Einfühlungsvermögen gehöre zu den Fähigkeiten, die ein Steinmetz haben sollte – um auf die Wünsche des Kunden eingehen und eventuell ergänzende Vorschläge machen zu können, erklärt der Obermeister. Bei der Herstellung eines Grabmals geht es ihm zufolge  neben wirtschaftlichen auch um emotionale Aspekte. Helmert: „Ich kenne viele Kunden und habe oft miterlebt, dass diese, wenn sie auf dem Friedhof zum ersten Mal vor dem fertigen Stein stehen, vor Rührung in Tränen ausbrechen.“

Die Lehre zum Steinmetz- und Steinbildhauergesellen dauert mindestens drei Jahre. Im Rahmen der dualen Ausbildung kann sich der Auszubildende für einen der zwei namensgebenden Schwerpunkte entscheiden, für die Spezialisierung zum Steinmetz oder Steinbíldhauer. In den ersten zwei Ausbildungsjahren werden gemeinsame Fähigkeiten vermittelt, beispielsweise, Bau- und Werkzeichnungen anzufertigen und Maschinen zum Schleifen, Polieren, Fräsen und Trennen zu bedienen. „Mir ist es wichtig, Tradition mit Fortschritt und Innovation zu verbinden“, sagt Helmert. „Wir als Fachbetriebe wollen das Optimale, das unser Handwerk bieten kann, unter Einbeziehung des Kunden umsetzen.“ Die Digitalisierung hält auch in dieser Branche Einzug – in Maßen. Immer mehr kommt dabei ein Prozess zum Tragen, der „Industrie 4.0“ heißt und meint: Die individuellen Ideen des Kunden, beispielsweise die Gravur eines Grabsteins, werden im Betrieb entweder unter handwerklichen oder technisierten Bedingungen, je nach Ausstattung des Betriebs, umgesetzt. 

Doch auch, wenn heute immer mehr Maschinen zum Einsatz kommen, zähle handwerkliches Geschick nach wie vor zu den Fertigkeiten, die Steinmetze und solche, die es werden wollen, besitzen sollten: „Wir bilden immer noch mit manuellem Anteil in der Lehre aus“, so Helmert. Hammer, Meißel, Stift, Zirkel und Lineal bleiben also wichtige Utensilien. Am Schluss der Ausbildung steht schließlich die Gesellenprüfung – hier muss der Auszubildende sein Geschick in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. 

Seine eigene Lehre begann Obermeister Helmert 1979 in Köln. „Schon damals hieß es: ‚Du lernst hier einen aussterbenden Beruf‘“, schildert er. Heute , knapp 40 Jahre später, gibt es die Steinmetze immer noch. Derzeit absolviert sein Sohn Moritz, 22 Jahre, seine Meisterausbildung. Dessen Freunde hätten, als Moritz in die Lehre ging, nur wenig mit der Vorstellung einer Karriere im Handwerk anfangen können. Heute sei das anders, sagt Helmert: „In unserer Zeit werden wieder vermehrt Traditionen nachgefragt, die als eine Art Brücke für das eigene Schaffen und die Selbstverwirklichung wahrgenommen werden.

“Wer sich für eine Ausbildung zum Steinmetz oder Steinbildhauer interessiert, kann sich bei Betrieben in seiner Nähe sowie bei der Landesinnung des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks Schleswig-Holstein, Wasbeker Straße 351, 24537 Neumünster, unter Telefon 04321 6088-0 sowie per E-Mail an info@handwerk-nms.de informieren. 


Friedhofskultur gestärkt

Piratenpartei mit Novellierungsvorschlag gescheitert

Unsere Innung begrüßt das Ergebnis der Abstimmung der Landtagsabgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtages vom 25.01.2017 über den durch die Piraten eingebrachten Gesetzentwurf zur Änderung des Bestattungsgesetzes.

Die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Schleswig-Holstein, vertreten durch stv. Geschäftsführerin Ulrike Petter und den Landesinnungsmeister Wulf Helmert, unterstützt durch den Geschäftsführer von Handwerk Schleswig-Holstein e. V., Tim Brockmann,  hat im Rahmen des Anhörungsverfahrens zu diesem Gesetzentwurf eine schriftliche Stellungnahme abgegeben und sich klar gegen den Änderungsvorschlag ausgesprochen. Auch im Rahmen des mündlichen Anhörungsverfahrens haben wir uns Gehör verschafft.

Mit Erfolg!

„Reform des Bestattungswesens zu Grabe getragen“, lautet die Überschrift auf der Homepage des schleswig-holsteinischen Landtages.

Unsere Innung bedankt sich bei den Landtagsabgeordneten, die durch ihr Abstimmungsergebnis für den Erhalt der bewährten Bestattungskultur in Schleswig-Holstein gesorgt haben.

Eine Aufforderung an unsere Mitglieder:Nutzen Sie Ihre Mitgliedschaft und tragen sie die unser Handwerk betreffenden Themen bei uns vor. Nur so können wir auch landesweit zum Wohle des Steinmetzhandwerks tätig werden. 

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