In feierlicher Atmosphäre wurden am Freitag, 1. August, in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte in Bad Segeberg 30 junge Handwerker in das Berufsleben verabschiedet. Die Freisprechung der Innung des Baugewerbes markierte den Abschluss einer anspruchsvollen Ausbildungszeit und den Beginn vielversprechender Karrieren.
Obermeister Jörg Specht übernahm die Zeremonie mit sichtbarem Stolz. Er entließ 21 neue Zimmerer, fünf Maurer, drei Ausbaufacharbeiter im Zimmererhandwerk sowie einen Hochbaufacharbeiter im Maurerhandwerk offiziell in das Berufsleben. „Ihr seid die Helden des Hammers!“, rief Specht den Gesellen zu. Er betonte: „Ihr seid keine Schreibtischtäter – ihr seid Männer, die anpacken.“ Mit eindringlichen Worten hob er die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Bauhandwerks hervor: „Unser Handwerk bedeutet mehr als Holz und Stein – es steht für Geschichte, Kultur und Stolz.“
Influencer bauen kein Dach
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Specht optimistisch: „Künstliche Intelligenz und Influencer bauen keine Dächer. Es sind Hammer und Zange, die unsere Welt gestalten.“ Er appellierte an die jungen Fachkräfte, sich weiterzubilden, Verantwortung zu übernehmen und auch das Ehrenamt nicht zu scheuen: „Unsere Gesellschaft funktioniert nicht ohne das Ehrenamt.“
Im Zentrum der Wirtschaft
Auch Bernd Jorkisch, Unternehmer und Honorarkonsul Finnlands, fand in seinem Grußwort klare Worte. „Sie stehen im Zentrum der Wirtschaft“, wandte er sich an die jungen Handwerker. Das Handwerk vereine solide Tradition mit moderner Technologie, sei allgegenwärtig und unverzichtbar für die Region. Jorkisch machte Mut zur unternehmerischen Zukunft: „Karriere ist auch ohne Studium möglich. Der Boden des Handwerks ist noch immer golden.“ Und er gab den jungen Männern einen Leitsatz mit auf den Weg: „Fleiß schlägt Talent.“
Lösungen finden – Ergebnisse sehen
Besonders hervorgehoben wurden zwei Absolventen: Anton Goldmann aus Rendswühren wurde als Innungsbester der Zimmerer ausgezeichnet. Der 21-Jährige, der sein Abitur an der Holstenschule in Neumünster absolvierte und bei Holzbau Hauschildt in Groß Kummerfeld lernte, ist überzeugt: „Kein Tag ist wie der andere. Man muss kreative Lösungen finden – das macht große Freude.“ Die körperliche Tätigkeit, die Arbeit unter freiem Himmel und das gute Miteinander auf der Baustelle seien für ihn genau das Richtige.
Ebenfalls mit Bestleistung schloss Juan Marten Bach aus Schackendorf seine Ausbildung als Maurer ab. Der 19-Jährige lernte im väterlichen Betrieb und hat klare Ziele: den Meistertitel und die spätere Übernahme der Firma. „Ich schaue mit Zuversicht nach vorne“, sagte er. „Denn Handwerk hat definitiv den sprichwörtlichen goldenen Boden.“
Drei Generationen Maurer
Unter den jungen Maurergesellen war auch Magnus Janne aus Wahlstedt. Der 19-Jährige lernte bei Johannes Specht Bauunternehmen in Bad Segeberg und führt damit das Maurerhandwerk bereits in dritter Generation fort: Sowohl sein Vater Stefan (49) als auch sein Großvater Karl-Heinz (89) haben diesen Beruf ergriffen. Magnus Janne wusste schon früh, wo sein Weg hinführt: „Ich war schon immer gut mit meinen Händen. Außerdem wollte ich die Tradition in meiner Familie fortsetzen. Maurer ist genau das Richtige für mich – ich will abends sehen, was ich geleistet habe.“
Begleitet wurde die Freisprechung von zahlreichen Angehörigen, Freunden und Ausbildern, die den frischgebackenen Gesellen mit Applaus und sichtlicher Freude gratulierten. Sie sorgten für einen würdigen Rahmen, der die Bedeutung des Moments unterstrich.
Text/Foto: Kreishandwerkerschaft Mittelholstein / A. Bury