Maler- und Lackierer-Innung für den Kreis Segeberg

Der starke Ausbildungsstart im Überblick

Signalwirkung: Die Begrüßung zum Ausbildungsstart

Ausbildungsbeginn – Wie Sie die ersten Wochen zum Erfolg machen
Die neue Ausbildungssaison beginnt: Jetzt starten Auszubildende, die sich für den Malerberuf entschieden haben – im Idealfall freiwillig aus innerer Überzeugung oder leider öfter mangels attraktiverer beruflicher Alternativen. Die Statistik besagt, dass nicht einmal jeder zweite von ihnen sein Ausbildungsziel – die erfolgreiche bestandene Gesellenprüfung – erreichen wird. Wir zeigen, wie Sie Ihrem Azubi zumindest einen guten Start ermöglichen. Denn wenig hinterlässt im Berufsleben einen so bleibenden Eindruck wie die ersten Wochen.

Scherze am ersten Tag
Können Sie sich noch an Ihren Einstieg ins pralle Malerleben erinnern? An markige Sprüche und derbe Scherze der Gesellen und älteren Lehrlinge, die quasi Aufnahmerituale waren? Sie selbst fanden das damals sicher gar nicht lustig. Aber tolerieren Sie heute als Unternehmer solche Rituale Ihrer Mitarbeiter, oder stehen Sie ihnen gleichgültig gegenüber? Eines ist klar: Es geht auch anders.

Die Begrüßung zum Ausbildungsstart
Stellen Sie den Neuen der Mannschaft persönlich vor – morgens in der Werkstatt, wenn alle Mitarbeiter anwesend sind. Ein Zeichen von Wertschätzung ist es, dass Sie als Chef einen Arbeitstag für den Lehrling reservieren, beispielsweise für eine gemeinsame Fahrt zu den aktuellen Baustellen mit der Möglichkeit zum Kundenkontakt, für einen erklärenden Rundgang durch Materiallager und Werkstatt und eingestreute Gespräche, durch die Sie Ihren neuen Mitarbeiter besser kennenlernen. Was bewegt ihn, macht er in seiner Freizeit, engagiert er sich in Vereinen? Ein guter Zuhörer erkennt in der Selbstoffenbarung des Anderen auch Andeutungen. Zeigen Sie Interesse an Ihrem neuen Mitarbeiter, treten Sie ihm offen und konstruktiv gegenüber. Setzen Sie positive Signale für den Ausbildungsstart, indem Sie z. B. sagen: „Ich sehe Deine bisherigen schulischen Leistungen, die auf dem Papier nicht so toll aussehen. Hier zählt aber weniger Deine Vergangenheit, sondern Dein Fleiß, Dein Engagement und Interesse. Bei Schwierigkeiten und Problemen sprechen wir direkt darüber und suchen gemeinsam nach Lösungen, wenn Du aktiv mithilfst“.  Dass Ihnen als Ausbildungsverantwortlichem auch an einem guten und direkten Draht zum Elternhaus gelegen ist – selbst bei volljährigen Auszubildenden –, kann als positives Zeichen verstanden werden.

Motivation durch die richtige Ausstattung 
Niemand arbeitet gern mit abgenutztem Werkzeug, das erkennbar durch die Hände mehrerer Malergenerationen gewandert ist. Ein neuer Azubi-Werkzeugkoffer kann  signalisieren: Gute Handwerksleistung, die Du hier erlernen und erbringen sollst, erfordert gutes Werkzeug, das auch gepflegt werden muss. Eine Bestückungsliste für den Inhalt bedeutet, dass man darauf aufpassen muss – inklusive routinemäßiger Prüfung.
Wie halten Sie es in Ihrem Betrieb mit der Maler-Berufskleidung? In der Branche gibt es keine einheitlichen Regelungen zur Beschaffung, der Kostenbeteiligung der Mitarbeiter sowie zur Textilpflege. Sie setzen ein Signal, indem Sie dem Auszubildenden zu Beginn ein bzw. zwei Garnituren zur Verfügung stellen.

Eine Ausbildungshürde ist das Berichtheft, das den Verlauf der Ausbildung individuell dokumentiert. Anfangs sind viele Auszubildende – auch lernschwächere – noch motiviert, sich damit zu beschäftigen. Das Interesse lässt aber spürbar nach, wenn Sie die Hefte oder Ordner nicht regelmäßig durchsehen oder ein Feedback zum Geschriebenen ausbleibt – inklusive handschriftlicher Hinweise und Korrekturen im Heft. Also nehmen Sie sich die Zeit dafür. 

Rechte und Pflichten im Einklang
Für den neuen Auszubildenden gilt zunächst einmal der abgeschlossene Ausbildungsvertrag. Das Kleingedruckte auf der Rückseite wird oft nur überflogen. Erst im Streitfall sieht man genauer hin. Was können Sie konkret tun, um Missverständnisse zu vermeiden?

Betrieblicher Ausbildungsplan: Dem neuen Lehrling ist nicht klar, wie seine Ausbildung in den nächsten zwei bis drei Jahren verläuft. Wechselnde Einsatzorte können den Eindruck entstehen lassen, dass nach dem Zufallsprinzip ausgebildet wird. Die Bedeutung bestimmter Vorarbeiten für den Gesamtprozess – abkleben, schleifen, grundieren, spachteln usw. – wird kaum gesehen, wenn die fachliche Notwendigkeit zuvor nicht hinreichend erklärt wird. Daher werden diese Tätigkeiten mangels Einsicht oft unzuverlässig ausgeführt. Bei manchem Azubi kann so der Eindruck entstehen, dass im Betrieb planlos ausgebildet und er als billige Arbeitskraft missbraucht wird.

Basis für die Ausbildung ist der individuelle betriebliche Ausbildungsplan, der nach der Ausbildungsordnung vorgeschrieben ist und sich in mehrere Ausbildungsabschnitte gliedert. Erstellen Sie diesen Plan und besprechen Sie ihn mit dem Auszubildenden. Sie können und sollen nach diesen Vorgaben nicht Ihre Auftragslage organisieren. Es ist aber durchaus möglich, innerhalb der dreijährigen Ausbildung verschiedene Schwerpunkte auf vernetzende Lernentwicklung zu setzen.

Zusammenarbeit der Lernorte:
Wie entwickelt sich Ihr Auszubildender in der Berufsschule oder ist der überbetriebliche Lehrgang gut gelaufen? Haken Sie nicht nur bei sich häufenden Problemen nach, sondern suchen Sie den Kontakt zu den Lehr-kräften. Pädagogische und didaktische „Schnittstelle“ sind Lernsituationen und Kundenaufträge, die an den verschiedenen Lernorten bearbeitet werden. Wurden z. B. in der Berufsschule verschiedene Untergrundprüfungen und Aufmaßregeln erarbeitet, lassen Sie diese Ihren Auszubildenden praktisch am Objekt anwenden. Das motiviert ihn und unterstützt die Bedeutung der Ausbildungspartnerschaft im Dualen System.

Loben und Anreize schaffen: Aller Anfang ist schwer. Bedenken Sie, dass Ihr Auszubildender im Betrieb sofort in einen 40-stündigen Arbeitsprozess eingebunden wird. Das ist für die meisten jungen Menschen ungewohnt und anstrengend. Geben Sie ihnen Zeit, wobei Fördern und Fordern im Einklang stehen sollten. Erkennen Sie Fortschritte an, üben Sie konstruktive Kritik bei Fehlern, z. B.: „Ich sehe, dass Du Dir beim Spachteln der Wand viel Mühe gegeben hast. Das Ergebnis ist für den Stand der Ausbildung in Ordnung. Jetzt zeige ich Dir, was Du beim nächsten Mal anders machen kannst, damit es Dir leichter fällt“.

Anerkennung für gute Leistungen sind z. B. offenes Lob oder eine angemessene materielle Anerkennung je nach Anlass, zum Beispiel das Pinselset für ein gutes Berufsschulzeugnis.


Freisprechungsfeier 2017

Herzlichen Glückwunsch an den Maler- und Lackierernachwuchs

8 Junggesellen wurden auf der Freisprechungsfeier am 21.07.2017 im Landhaus in  Kaltenkirchen feierlich freigesprochen. 

Obermeister Gerhard Roblick freute sich über den frisch gebackenen Nachwuchs, wünscht sich für die Zukunft aber deutlich mehr junge Menschen, die sich mit Entschlossenheit für die bunte Welt des Maler- und Lackiererhandwerks im Kreis Segeberg entscheiden. Prüfungsbester wurde in diesem Jahr Florian Kröger aus Blunk (Ausbildungsbetrieb Jan Bunge). 

Besonderen Dank sprach Roblick im Rahmen der Feierstunde den Ausbildungsbetriebe aus. Ohne die Bereitschaft der Ausbildungsbetriebe findet Ausbildung schlicht weg nicht statt. Hoffentlich bleibt die Bereitschaft sich dem Fachkräftenachwuchs zu widmen auch zukünftig so stetig erhalten.

Der stellvertretende Landrat des Kreises Segeberg Claus Peter Dieck hielt traditionell das Grußwort, worüber sich die Maler- und Lackierer-Innung wieder sehr gefreut hat.

An dieser Stelle noch einmal die herzlichsten Glückwünsche der Segeberger Innung an unseren Nachwuchs! Seien stolz auf sich und stellen Sie sich ab jetzt als Geselle den beruflichen Herausforderungen.


Das Maler- und Lackiererhandwerk – eine Branche mit Perspektiven

Das Handwerk ist mit Abstand der vielseitigste Zweig der bundesdeutschen Wirtschaft und hält für junge Frauen und Männer eine Vielzahl hochinteressanter beruflicher Möglichkeiten bereit. Gerade eine Berufsausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk ist heute mehr denn je der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. Aktuell werden in den Berufen Maler, Bauten- und Objektbeschichter und Fahrzeuglackierer in Schleswig-Holstein 920 junge Menschen ausgebildet, davon 170 Frauen.

Wie in den meisten Berufen hat sich auch die Berufsausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk in den vergangenen Jahren wesentlich gewandelt. Die traditionelle Handwerksarbeit wurde ergänzt durch den Einsatz hochmoderner Technologie. Darüber hinaus haben viele Fachbetriebe ihre Angebotspalette sukzessiv erweitert, um den Wünschen des umweltbewussten und auf die Reduktion von Energiekosten bedachten Kunden gerecht werden zu können. Die fachgerechte Umsetzung erfordert Spezialwissen, wie es während der Berufsausbildung im dualen Ausbildungssystem von Lehrbetrieb, Berufsschule und Überbetrieblicher Ausbildungsstätte vermittelt wird.

Die Erfüllung der kleinen oder großen Wünsche der überwiegend privaten Kundschaft steht im Mittelpunkt der Arbeit der rund 900 Innungsfachbetriebe des Maler- und Lackiererhandwerks im Land zwischen den Meeren. Ob es um die komplette Fassadensanierung oder nur kleine Ausbesserungsarbeiten geht – das Maler- und Lackiererhandwerk hat immer die richtigen Ideen und das Know-how zur Umsetzung der Kundenwünsche. Wer also eine spannende Herausforderung für seine Zukunft sucht und sich dabei selbst verwirklichen möchte, für den ist der Weg ins Handwerk genau der Richtige.

Als innovativer und zukunftsorientierter Dienstleister ist das Maler- und Lackiererhandwerk wie kaum eine andere Branche in der Lage, seine Leistungspalette den sich ständig wandelnden Bedürfnissen anzupassen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stehen Maßnahmen zur Ressourcenschonung, gesundheitsbewusstes Leben sowie erstklassige Qualität im Fokus der Wünsche des modernen Kunden. Durch dieses veränderte Nachfrageverhalten, sowie die rasante technische Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren auch das Berufsbild des Malers verändert.  Die berufliche Bildung im farbigen Handwerk zählt heute zur fortschrittlichsten der deutschen Wirtschaft und gilt auch international als vorbildhaft.

Darüber hinaus bietet das Maler- und Lackiererhandwerk erstklassige Aufstiegs- und Karrierechancen für Absolventen aller Schularten. Bei guten Leistungen kann Auszubildenden im Handwerk durch das erfolgreiche Bestehen der die Lehre abschließenden Gesellenprüfung ein höherer Schulabschluss zuerkannt werden.

Unter bestimmten persönlichen Voraussetzungen kann die betriebliche Berufsausbildung auch mit einem Fachhochschulstudium kombiniert werden, so dass man bereits nach 4 ½ Jahren Ausbildungszeit sowohl den Gesellenbrief als auch einen akademischen Bachelorabschluss in der Tasche haben kann.

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre können talentierte und motivierte Junggesellen unmittelbar mit der Vorbereitung auf die Meisterprüfung beginnen, deren Bestehen zu einer selbständigen oder leitenden, beruflichen Tätigkeit in ganz Europa befähigt. Die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung berechtigt darüber hinaus zu einem fachbezogenen Studium an einer Universität oder Fachhochschule.

In den kommenden Jahren steht auch in vielen Betrieben des Maler- und Lackiererhandwerks in der Bundesrepublik Deutschland die Frage der Nachfolge an, da sich die oder der bisherige Verantwortliche aus Altersgründen zur Ruhe setzen wird. Hier besteht ein akuter Bedarf nach jungen, engagierten Fachkräften, die die Existenz dieser Unternehmen langfristig sichern.

In Zeiten rückläufiger Schulabgängerzahlen wird es jedoch für viele Unternehmen zunehmend schwerer, ausreichend qualifizierte und ausbildungsfähige Nachwuchskräfte zu finden. Um offene Stellen dennoch besetzen zu können, empfiehlt es sich für den Selbständigen im Maler- und Lackiererhandwerk neue Wege zu beschreiten und auch Ausbildungsinteressenten eine Chance zu geben, auf die der Fokus bislang nicht gerichtet war. Das könnten zum Beispiel junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund, Bewerber aus geförderten Bildungsmaßnahmen oder Schwerbehinderte sein. Gegebenenfalls kann eine Ausbildung von benachteiligten Personen auch mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden.

Auch wenn es schwieriger wird, geeigneten Nachwuchs für die angebotenen Ausbildungsstellen zu finden, sollten sich Unternehmer des Maler- und Lackiererhandwerks nicht entmutigen lassen. Das farbige Handwerk und seine Betriebe werden in künftig gute Fachkräfte brauchen. Daher sollte jedem ausbildungsfähigen Interessenten, der sich für eine Zukunft im Maler- und Lackiererhandwerk entscheidet, die Tür hierfür geöffnet werden.           


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