Glaser-Innung Schleswig-Holstein

„14 Auszubildende aus Schleswig-Holstein von Ihrer Lehrzeit freigesprochen“

Feierliche Freisprechungsfeier in Lübeck – Travemünde

„Offen, unbefangen und neugierig“ Eigenschaften die 14 Auszubildende, davon eine weibliche Auszubildende, der Glaser-Innung Schleswig-Holstein mitbringen. Sie gehören zur Generation Z und wurden im Rahmen einer Feierstunde am 30.08.2019 von ihrer Lehrzeit freigesprochen. Fünf hatten ihre Prüfung bereits im Winter 2018/2019 erfolgreich ablegt. Das beste Gesamtergebnis erreichte Maximilian Kröger aus Timmendorfer Strand (Fa. Glasermeister Oliver Nowitzki, Ratekau). Die beste praktische Prüfung erzielte Lena Schmidt aus Schuby (Glas Thomsen, Handewitt). An der Freisprechungsfeier nahmen rund 120 Gäste in der Berufsbildungsstätte Travemünde der Handwerkskammer Lübeck auf dem Priwall teil.

Traditionell mit den Worten „In Ehrbarkeit, In Gerechtigkeit, In Wahrhaftigkeit“ vor der geöffneten Innungslade der Glaser-Innung aus dem Jahre 1605 eröffnete Landesinnungsmeister [LIM] Michael Schulze die diesjährige Feierstunde. „Unsere Zukunft sitzt heute hier, so LIM  Schulze beginnend. Das Glaserhandwerk braucht gut ausgebildete Gesellen, um den täglichen Anforderungen gerecht zu werden. Ein Garant hierfür ist das duale Ausbildungssystem in Deutschland, welches weltweit eine große Anerkennung genießt. 

Das Berufsbild des Glasers unterzieht sich einem ständigen Wandel. Waren früher Reparaturverglasungen „Standard“, fertigt der Glaser heute Ganzglasduschen, Fassaden, Küchenschilder und vieles mehr. „Für diese Spezialisierungen werden Fachkräfte gebraucht und gesucht, die vielleicht auch einen Schritt weitergehen und ein Unternehmen gründen. Interesse? Einen Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung Teil I & II bietet die Glaser-Innung Schleswig-Holstein regelmäßig an und Teil III & IV können Sie bei ihrer Kreishandwerkerschaft vor Ort machen,“ so Schulze abschließend.

Einen „Ritt“ durch die Generationen skizzierte Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, in seiner Festrede. Von den „Babyboomern“ (50er und 60er Jahre) die voll auf ihren Beruf fokussiert, leistungsorientiert und strebsam waren, über die Generation X (70er), für die Arbeit ein Mittel zum Zweck ist. Sie gelten als ambitioniert, individualistisch und ehrgeizig. Die Generation Z ist selbstbewusst und digital. Sie liest keine Zeitung, sondern informiert sich über ihre Smartphones. Fernseher schalten sie nur ein, wenn sie Netflix schauen. Ihre Arbeitszeiten planen sie um ihr Privatleben herum. Sie zeichnet aus: digitales Know-how und Internationalität. Zudem ist selbstbewusst und optimistisch. „Das sind alles Eigenschaften, auf die Sie sich gerne etwas einbilden dürfen. Es sind Eigenschaften, von denen auch wir, die ältere Generation profitieren können. Und das Zusammenarbeiten über Generationsgrenzen hinweg ist ein ungemein wichtiger Erfahrungsschatz,“ so Katschke. Abschließend bat er die Junghandwerker Flagge für das Handwerk zu zeigen. Werben Sie für Ihr Handwerk. Erzählen Sie in Ihrem Freundeskreis, was es heißt Handwerkerin, Handwerker zu sein.

Alle Junggesellen/-innen wirkten richtig stolz, glücklich oder erleichtert als Sie endlich ihre Abschlusszeugnisse des Handwerks und der Berufsschule in den Händen hielten. Zwei Auszubildende erlangten zusätzlich ihren mittleren Schulabschluss.

1. Landessieger: Maximilian Kröger     
(Betrieb: Glasermeister Oliver Nowitzki, Ratekau)                    

2. Landessieger: Hans Hendrik Nickel
(Betrieb: Glaserei Wohler GmbH & Co. KG, Kaltenkirchen)

3. Landessiegerin: Lena Schmidt
(Betrieb: Glas Thomsen GmbH, Handewitt)

Die drei Prüfungsbesten erhielten für ihre Leistungen einen Buchpreis.

Für seine gute Leistung zeichnete LIM Schulze Maximilian Kröger mit einer Stehle aus.

Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden drei Auszubildende von Obermeister Jan Brügemann, Glaser-Innung Schwerin, freigesprochen. Er forderte die Junghandwerker auf mit der Zeit zu gehen und die Chancen der Zukunft zu nutzen. Innungsbester wurde Philip Hameister aus Wismar.

Die Gäste nutzten die Gelegenheit sich die Gesellenstücke sowie Werkstätten anzuschauen.


Ferienspaßaktionen beim Handwerk

26 Jungen und Mädchen aktiv in Neumünster und Bad Segeberg

26 Jungen und Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren waren bei den Ferienspaßaktionen der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein am 09.07.2019 in Neumünster und einen Tag später in Bad Segeberg mit dabei. In Neumünster  bauten 15 Jungen und Mädchen mit viel Ehrgeiz und Spaß ihren eigenen „Naschi-Automaten“. In Bad Segeberg bauten und verzierten 11 Jungen und Mädchen ihre eigene bunt verzierte Plexiglas-Leuchte.

„Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“

Neumünster. Es wurde gesägt, geschraubt und geschmirgelt was das Zeug hielt und am frühen Nachmittag hielten dann alle Kinder ihren selbst gebauten „Naschi-Automaten“ in den Händen, der auch gleich eifrig mit Bonbons befüllt wurde. 

„Wer weiß, wie man ohne Zollstock die Mitte auf einem Holzstück einzeichnet?“ wollte Ausbildungsmaurermeister Torge Steenblock von den Kindern wissen. Für Luca war das völlig klar. „Man zieht 2 diagonale Striche von Ecke zu Ecke und wo sich die Striche kreuzen ist die Mitte“. So einfach ist das!

 „Es ist ganz klar zu merken, wer zu Hause schon handwerklich mithilft“, so Ausbildungsmaurermeister Torge Steenblock. Die Kinder waren ein tolles Team und haben sich gegenseitig geholfen. „Natürlich wünschen wir uns, dass das Handwerk durch die Ferienspaßaktionen dem einen oder anderen im Kopf bleibt und wenn es später an die Berufswahl geht, die Erinnerung wieder aufploppt,“, so Carsten Bruhn (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mittelholstein). Tolle Ideen für weitere Ferienspaßaktionen hatten die Kinder jedenfalls, sodass die Hoffnung auf Handwerksnachwuchs gar nicht so unberechtigt ist.

„Und wenn das Licht angeht…“

Bad Segeberg. „Reinhard, kannst Du mir mal kurz helfen“, fragt Janus Elektrotechnikermeister Reinhard Schweim, der Janus dabei unterstützt die Silikonschlange auf die Plexiglasröhre aufzubringen, damit danach die Minimosaikfliesen für eine bunte Leuchte aufgeklebt werden können. Die Kinder gestalteten auf Ihren Leuchten wahre kleine Kunstwerke, sei es mit  Vereinslogos von Fußballvereinen, den eigenen Initialen oder selbst ausgedachten bunten Mustern. „Ich schenke die Lampe meinem Papa“, erklärt Finn stolz. Die Kinder lernten nicht nur mit Holz, Zollstock, und Schraubendreher zu arbeiten; Nein, auch das Elektrikerhandwerk stand ganz weit vorne. Reinhard Schweim baute mit den Kindern die LED-Leuchte samt Kabel, Schalter und Steckdose  in die vorher gemeinsam zusammen gebaute Leuchten-Halterungskonstruktion ein. Wer sich traute durfte sogar den Lötkolben selbst bedienen. Fachmännisch fragte Jordan seinen Freund Finn „Schon auf 12 Volt eingestellt?“ Die Kinder hatten viel Spaß bei der Sache, arbeiteten konzentriert und sorgfältig und waren zu guter Letzt sehr stolz auf ihre individuellen handwerklichen Kunstwerke. Nach dem Mittagsgrillen probierten sich alle an dem Aufbau der „Da-Vinci-Brücke“, eine Holzbrückenkonstruktion, die ganz ohne Schrauben zusammenhält. Natürlich kletterten alle Kinder auch über die Brücke, um die Stabilität zu testen. „Im nächsten Jahr kommen wir gerne wieder“, so der Tenor der kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 
Natürlich schauten sich die jungen Teilnehmer/Innen auch die Überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bau-Innungen in Neumünster und Segeberg an und konnten den Azubis aus den Bereichen Zimmerer, Fliesen-Platten-Mosaikleger, Straßenbau und Maurer über die Schulter schauen.

Impressionen Ferienspaßaktionen 09.07.2019 in Neumünster

Impressionen Ferienspaßaktion 10.07.2019 in Segeberg


perfakta-Betriebsvergleich für das Glaserhandwerk in Schleswig-Holstein

perfakta.SH e.V. | Handwerk in Zahlen stellt in Zusammenarbeit mit der Glaser-Innung Schleswig-Holstein den elften Betriebsvergleich für das Glaserhandwerk vor. Untersucht wurde das Wirtschaftsjahr 2017 von insgesamt 12 Handwerksbetrieben.

  1. Wirtschaftlichkeit

Lediglich 4 der 12 untersuchten Unternehmen (33 %) konnten im Wirtschaftsjahr 2017 einen betriebswirtschaftlichen Gewinn erzielen und somit den Unternehmerlohn vollends decken. Im Gesamtdurchschnitt errechnet sich ein positives betriebswirtschaftliches Ergebnis von 1,7  %  der Jahresleistung. Größter Kostenfaktor im Gesamtdurchschnitt war der Material- und Wareneinsatz (inkl. Fremdleistungen) mit 40,1 % der Betriebsleistung. Die Personalkosten lagen bei 36,2 %, die übrigen Kosten bei 22 % der Betriebsleistung.

  1. Produktivität

Bezogen auf einen Beschäftigten in den untersuchten Betrieben ergibt sich eine Pro-Kopf-Leistung von rund 98.600 EUR (2014: 100.000 EUR). Betrachtet man nur den Handwerksbereich, ergibt sich nach Abzug des Fremdleistungsanteils und des Materialeinsatzes die handwerkliche Wertschöpfung pro Kopf. Diese lag im Gesamtdurchschnitt bei 100.200 EUR  (2014: 105.900 EUR).

  1. Kalkulation

Eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Betriebsvergleichs ist die Ermittlung des kostendeckenden Verrechnungssatzes für die beteiligten Betriebe. Im Gesamtdurchschnitt wurde ein kostendeckender Zuschlagssatz von 226 % auf den Mittellohn ermittelt. Dieser Wert ergibt sich unter der Bedingung, dass ein Teil der betrieblichen Gemeinkosten durch Aufschläge auf die Fremdleistungen und den Materialeinsatz verrechnet werden. Bei einem durchschnittlichen Mittellohn von 13,20 EUR ergibt sich so ein kostendeckender Stundenverrechnungssatz von 43,05 EUR ohne MwSt. Ein betriebsindividueller Zuschlag für das unternehmerische Wagnis und den Gewinn ist noch hinzuzurechnen. Der im Durchschnitt erzielte Stundenverrechnungssatz betrug 45,05 EUR ohne MwSt. Somit ergibt sich eine Überdeckung pro Stunde von 2,00 EUR. Zu beachten ist, dass es sich hierbei um ermittelte Durchschnittswerte der Teilnehmer handelt, die nicht pauschal für jeden Betrieb zur Kalkulation herangezogen werden dürfen.

  1. Finanzierung

Die Eigenkapitalquote der untersuchten Betriebe von 37,7 % im Gesamtdurchschnitt kann als gut bezeichnet werden.

Die Deckung des Anlagevermögens durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital (Anlagendeckung) lag mit 161,0 % im Gesamtdurchschnitt über der Forderung der so genannten "silbernen Bilanzregel", die einen Wert von mindestens 100 % bei dieser Bilanzkennzahl fordert.

Ein Handwerksbetrieb ist kein Kreditinstitut! Deshalb sollte die Vorleistung des Betriebes den Kunden gegenüber möglichst niedrig gehalten werden. Bei den untersuchten Glasereien ergab sich zum Bilanzstichtag 2017 im Gesamtdurchschnitt eine verringerte Vorleistung von 14 Tagen (2014: 21 Tage).

Erfahren Sie mehr!

So unterschiedlich die betrieblichen Kennzahlen im Detail ausfallen, so divers sind die Ursachen für das betriebswirtschaftliche Ergebnis des jeweiligen Unternehmens. Sowohl zu hohe Kosten, nicht abrechenbare Mitarbeiterzeiten oder auch eine verbesserungswürdige Arbeitsorganisation können Ursachen für ein unzureichendes Ergebnis sein.

Im Rahmen seiner Unternehmensanalyse findet perfakta für jeden Betrieb seine individuellen Gründe für den Erfolg und zeigt die jeweils besten Verbesserungsansätze auf.

Wenn auch Sie wissen möchten, wie Sie im Vergleich zu den Kollegen stehen, wenden Sie sich gerne unter 0431 / 979 99 49 - 0 direkt an perfakta.

 


Meisterprüfung Teil I

9 Meisterstücke des Vorbereitungslehrganges 2017/2018

Der erste Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung nach der neuen Meisterprüfungsordnung im Glaserhandwerk ist geschafft. 882 Unterrichtsstunden und etliche Stunden Eigenstudium liegen hinter den Teilnehmern. Ein Highlight war sicherlich die Projektarbeit in der Kirche in Rehna. Bei diesem Projekt wurde ein Kirchenfenster völlig neu gestaltet. Aber auch die gemeinsame Zeit des „Lernens“ wird allen Teilnehmern in positiver Erinnerung bleiben. Die besondere Leistung der neun Prüfungsteilnehmer spiegelt sich in deren „Meisterstücken“ wieder. Gunnar Salchert, Dennis Voß und Jonas Neumann nahmen im Rahmen der Glasstec 2018 am Wettbewerb Glass Art Competition teil, wobei Gunnar Salchert den 2. Platz belegte. 

Eine tolle Werbung für den Meisterkurs aus Schleswig-Holstein.

Interesse, dann jetzt noch schnell anmelden, der nächste Vorbereitungslehrgang steht ab April in den Startlöchern.


Asbest-Sachkundelehrgänge Schleswig-Holstein

Seit November 2018 finden die Asbest-Sachkundeschulungen in Neumünster zum Thema Asbest im Kitt statt. In den zweitägigen Schulungen wird auf Basis der TRGS 519 Anlage 4 c der Umgang mit asbesthaltigem Kitt geschult. Asbest wurde bis ins Jahr 1993 fast allen Kitten beigemischt. Der Ausbau von Kitt im Zuge einer Reparaturverglasung erfordert hierzu entsprechende Kenntnisse und eine Genehmigung der Staatlichen Arbeitsschutzbehörde der Unfallkasse Nord (Gewerbeaufsicht). Voraussetzung für die 6 jährige Genehmigung ist der Sachkundelehrgang, die Pflichtuntersuchung der BG für die tätigen Mitarbeiter der Firma, eine Gefährdungsbeurteilung mit Betriebsanweisung und Arbeitsplan.

Danach kann 6 Jahre lang auf Basis des vor kurzem veröffentlichtem und nun gültigem BT 42 Verfahren die Reparaturverglasungen wieder unter wirtschaftlichen Voraussetzungen ausgeführt werden. Das BT 42 Verfahren (emissionsarmes Verfahren unter 10.000 Fasern/m³) wurde mit aufwändigen Beprobungen und Untersuchungen mit der DGUV und dem Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks entwickelt. Das Kompetenzzentrum des Glaserhandwerks in Hadamar hat die Trägerschaft für die Sachkundelehrgänge übernommen und per Anerkennungsbescheid durch das Regierungspräsidium Kassel die Schulungen mit 12 Dozenten in Deutschland seit Sommer 2018 begonnen.

Seit November 2018 sind in Schleswig-Holstein 56 Betriebsinhaber und ihre Mitarbeiter in 4 Schulungen durch den Schulungsleiter Glasermeister Michael Schulze geschult worden und haben am zweiten Tag der Schulung erfolgreich ihre Prüfung unter Aufsicht der Gewerbeaufsicht abgelegt. Weitere Kurse sind für April und Mai bereits ausgeschrieben. (Siehe Bekanntgabe in diesem Heft)Bauämter, Architekten und Wohnungsbaugesellschaften fragen dieses Thema bei ihren Vergaben auch schon nach, da der Bauherr aus Haftungsgründen schon gehalten ist, nur an sachkundige Betriebe Arbeiten zu vergeben.



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