Innung des Kraftfahrzeughandwerks für den Kreis Segeberg

Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel

Autofahrer und Kfz-Gewerbe stecken im Diesel-Dilemma

Diesel-Diskussion und kein Ende. Besonders in Ballungsräumen ist die Unsicherheit der Autofahrer groß: Darf ich noch in die Städte einfahren oder nicht? Ab wann gilt wo welches Verbot? Der Flickenteppich von Fahrverbotszonen für ältere Diesel-Fahrzeuge wird größer und immer unübersichtlicher.

Das schlägt bis auf die Kfz-Betriebe durch. Denn auch Autohäuser und Werkstätten liegen in Fahrverbotszonen. Was machen die Kunden, wenn sie ihr älteres Diesel-Fahrzeug nicht mehr zum Service bringen können? Und was macht der Händler, wenn seine Umsätze zurückgehen, weil er zum Beispiel Euro 5-Diesel nicht mehr verkaufen kann?

„Der Automobilhandel leidet nach wie vor unter der Diesel-Krise, und zwar durch Leasing-Rückläufer sowie Euro 5-Standfahrzeuge, die sich nur schwer verkaufen lassen“, sagt Pressesprecher Holger Hensel. Außerdem hat der neue WLTP-Standard für die Abgasmessung im August für Chaos gesorgt. Denn ab dem 1. September 2018 müssen für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die nach dem WLTP-Verfahren gemessenen Abgas- und Verbrauchswerte vorliegen. Für viele tausend Bestandsfahrzeuge bei den Herstellern und Händlern traf das nicht zu. Um sie überhaupt noch verkaufen zu können, mussten sie bis Ende August zugelassen werden. Das führte bei vielen Modellen zu einem Überangebot und setzte die Preise unter Druck. „Darüber hinaus haben teilweise stark nachgefragte Fahrzeuge aufgrund fehlender WLTP-Zulassung zurzeit extrem lange Lieferzeiten“, so Pressesprecher Holger Hensel. All das führe zu einer Situation, die es im Kraftfahrzeuggewerbe in dieser Ausprägung bisher nicht gegeben habe.

„Um die Lage für Halter von Euro 5-Dieselfahrzeugen nachhaltig zu verbessern setzen wir uns für die Hardware-Nachrüstung dieser Fahrzeuge ein“, so Pressesprecher Holger Hensel. „Die dafür notwendige und vom Bundesverkehrsministerium angekündigte rechtlich verbindliche Verordnung muss jetzt zügig kommen. Das ist gut für die Umwelt, trägt zum Werterhalt älterer Diesel-Fahrzeuge bei und bringt freie Fahrt in die Verbotszonen.“

Das kommende Auto-Jahr sieht Pressesprecher Holger Hensel durchaus zwiespältig. Beim Verkauf von Neufahrzeugen werde es nach Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine kleine Delle in der Wachstumskurve geben. „Wir rechnen mit rund 3,43 Millionen Neuzulassungen, wobei vor allem der Privatmarkt Federn lassen  wird“,  so Pressesprecher Holger Hensel. Auch der Handel mit Gebrauchtwagen werde unter dem Diesel-Dilemma leiden. Einzig für das Reparatur- und Servicegeschäft seien die Aussichten nach Meinung von Pressesprecher Holger Hensel auch für 2019 stabil.

Nach wie vor hoch attraktiv ist für junge Menschen ein Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe. Das zeigt sich auch in der Innung des Kraftfahrzeughandwerks für den Kreis Segeberg.  „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 89 junge Männer und Frauen ihre technische oder kaufmännische Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“,  …. Pressesprecher Holger Hensel. „Auch in Zeiten von Fahrverbotszonen und Diskussionen um den Diesel hat das Automobil offenbar nichts von seiner Faszination verloren.“  In Deutschland bilden die rund 38 000 Kfz-Meisterbetriebe über 90 000 junge Menschen aus. Im Jahr 2018 war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe bundesweit im vierten Jahr in Folge angestiegen.


Eine Mischung aus Tradition, Erfahrung und Fortschritt

„Über 80 mal im Kreis und auch bei Ihnen direkt um die Ecke“.

Das ist der neue Slogan der KFZ-Innung Segeberg. Und er bringt es auf den Punkt: Denn was Anfang der 50er Jahre mit einer Handvoll Gründungsbetriebe begann, hat sich mittlerweile zu einem starken Verbund entwickelt, dessen 84 Mitglieder flächendeckend im Kreis Segeberg zu finden sind. „Unsere Unternehmen setzen sich zu zwei Dritteln aus freien Werkstätten und zu einem Drittel aus Autohändlern zusammen“, informierte der Obermeister der KFZ-Innung Segeberg, Jörn Lüdemann.

Die Meister-Werkstätten decken die gesamte Bandbreite an Dienstleitungen rund um das Automobil ab. Dazu gehören Reparatur- und Wartungsarbeiten aller Marken und Modelle, Hauptuntersuchungen, Abgasuntersuchungen, Klimaservice, Reifenwechsel und Einlagerung, Glasservice sowie die Umrüstung auf alternativen Antrieb. Aber auch Smart-Repair und Karosseriearbeiten werden schnell und zuverlässig ausgeführt.

Dank ihrer modernst ausgerüsteten Werkstätten und bestens qualifizierten Mitarbeiter sind die Meisterbetriebe in der Lage dauerhaft höchste Qualitätsstandards zu garantieren. „Um ständig auf dem allerneusten Stand zu sein, bilden sich die Mitarbeiter regelmäßig fort“, wusste Jörn Lüdemann zu berichten. Der hohe Servicebereitschaft in Verbindung mit der dazugehörigen Qualität gilt selbstverständlich ebenso für die Autohändler der KFZ-Innung Segeberg: Ein Großteil der Firmen ist noch heute Inhabergeführt, was neben Erfahrung eben auch Kompetenz und Leistungsbereitschaft auf höchstem Niveau verspricht.

Wer beispielsweise einen Gebrauchtwagen sucht, ist bei einem Innungs-Betrieb in den besten Händen. Denn nur diese verpflichten sich gemäß der Satzung wichtige Bauteile wie Getriebe, Motor oder Lenkung vor dem Verkauf auf Herz und Nieren zu überprüfen und gegebenenfalls wieder Instand zu setzen. „Man kann also sicher sein, dass bei unseren Autohändler ausschließlich gutfunktionierende Fahrzeuge in den Verkauf gelangen“, verriet Jörn Lüdemann.

Aber das sind nicht die einzigen Vorteile, von denen die Innungs-Kunden beim Gebrauchtwagenkauf profitieren: Bei Differenzen zwischen dem Käufer und dem Innungsbetrieb kann der Käufer kostenfrei das Schiedsgericht in Kiel einschalten, das den Sachverhalt als neutraler Dritter klärt. Jörn Lüdemann ergänzte: „Die Innungsbetriebe sind verpflichtet den Schiedsspruch zu akzeptieren.“ Ein kostenloser Service, der auch bei den Innungswerkstätten greift: Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Dienstleister und Kunden kann dieser die Schiedsstelle in Bad Segeberg einschalten. Sie versucht dann eine außergerichtliche Lösung zu erarbeiten. „Das Augenmerk liegt dabei klar auf dem Wohl des Kunden. Außerdem können durch diese Vorgehensweise Gerichtskosten eingespart werden“, so Jörn Lüdemann.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachgerechte Ausbildung von Nachwuchskräften. Daran sind die Innungsbetriebe gleich in doppeltem Sinne beteiligt: Zum Einen lernen sie in ihren Unternehmen angehende KFZ-Mechatroniker kompetent an. Zum Anderen werden die theoretische und die praktische Abschlussprüfung durch die Innungsmitglieder abgenommen. „Das weiß bislang kaum einer. Aber die KFZ-Innung Segeberg leistet diesbezüglich einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit, von dem auch Nicht-Innungsmitglieder profitieren“, sagte Jörn Lüdemann. „Ohne die Innungsbetriebe wäre eine solche Ausbildung nicht realisierbar.“ Allein im Kreis Segeberg haben 2012 rund 50 Lehrlinge ihren Abschluss zum KFZ-Mechatroniker geschafft. Davon stammt ein Großteil aus den Meisterbetrieben der KFZ-Innung Segeberg.


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