Innung des Baugewerbes Neumünster

Ferienspaßaktion Handwerk Mittelholstein

Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne!

15 Jungen und Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren waren am 09.07.2019 bei der Ferienspaßaktion der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein mit dabei und bauten mit viel Ehrgeiz und Spaß ihren eigenen „Naschi-Automaten“. Es wurde gesägt, geschraubt und geschmirgelt was das Zeug hielt. Natürlich schauten sich die jungen Teilnehmer/Innen auch die Überbetriebliche Ausbildungsstätte der Innung des Baugewerbes Neumünster an und konnten den Azubis aus den Bereichen Zimmerer, Fliesen-Platten-Mosaikleger, Straßenbau und Maurer über die Schulter schauen. 

Am frühen Nachmittag hielten dann alle Kinder ihren selbst gebauten „Naschi-Automaten“ in den Händen, der auch gleich eifrig mit Bonbons befüllt wurde.

„Wer weiß, wie man ohne Zollstock die Mitte auf einem Holzstück einzeichnet?“ wollte Ausbildungsmaurermeister Torge Steenblock von den Kindern wissen. Für Luca war das völlig klar. „Man zieht 2 diagonale Striche von Ecke zu Ecke und wo sich die Striche kreuzen ist die Mitte“. So einfach ist das!

 „Es ist ganz klar zu merken, wer zu Hause schon handwerklich mithilft“, so Ausbildungsmaurermeister Torge Steenblock. Die Kinder waren ein tolles Team und haben sich gegenseitig geholfen. „Natürlich wünschen wir uns, dass das Handwerk durch die Ferienspaßaktion dem einen oder anderen im Kopf bleibt und wenn es später an die Berufswahl geht, die Erinnerung wieder aufploppt,“, so Carsten Bruhn (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mittelholstein). Tolle Ideen für weitere Ferienspaßaktionen hatten die Kinder jedenfalls, sodass die Hoffnung auf Handwerksnachwuchs gar nicht so unberechtigt ist.

Die diesjährige Aktion wurde von der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein in Kooperation mit der Innung des Baugewerbes Neumünster und der Glaser-Innung Schleswig-Holstein durchgeführt.

Impressionen Ferienspaßaktion 09.07.2019


Netzwerken beim After Work Grillen am 09.05.2019

Neues Format des Austausches

Impressionen


Ausbildungsumfrage im dritten Lehrjahr

Die genaue Auflistung finden Sie im internen Bereich im Ordner "Allgemeines"


Vom Lehrling zum Chef

Aus- und Fortbildung in den Bauberufen

Am Bau werden dringend Auszubildende gesucht, um den künftigen Bedarf an Fachkräften decken zu können. Insgesamt bilden über 16.000 Betriebe in den zahlreichen Berufen des Baugewerbes aus. Wer weiterhin möchte, dass das Handwerk zukunftsfähig aufgestellt ist, hält gut ausgebildete Fachkräfte vor. Die Baubranche bietet eine Vielzahl von attraktiven Ausbildungsberufen, Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum eigenen Betrieb.

Innungen, Handwerkskammern, Baugewerbeverbände, SOKA-Bau und weitere Partner machen gezielt Marketing, um Schüler für die Ausbildung am Bau zu gewinnen. Ein Beispiel ist das von BMWI und der EU geförderte Programm „Passgenaue Besetzung“, mit dem auch die Handwerkskammern in Schleswig-Holstein kleine und mittlere Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen und der Integration von ausländischen Fachkräften unterstützen.

Erfolgsmodell duale Berufsausbildung

Bildung „Made in Germany“ und vor allem das duale Berufsausbildungssystem in Deutschland genießen weltweit einen guten Ruf. Das duale System trägt entscheidend zur wirtschaftlichen Stärke bei und bewirkt auch, dass Deutschland eine sehr geringe (Jugend-)Arbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union vorweisen kann. Der Erfolg liegt mit daran, dass das System historisch gewachsen ist, in der Gesellschaft akzeptiert und von vielen Akteuren mitgetragen wird.

Ende 2016 waren laut ULAK im Baugewerbe deutschlandweit (ohne Berlin) 35.747 Ausbildungsverhältnisse registriert.

Kennzeichnend für das duale System ist die Ausbildung im Betrieb ergänzt durch die Berufsschule, wodurch eine praxisnahe und theoretisch fundierte Ausbildung gewährleistet wird und zwar nach bundeseinheitlichen Standards. Die Sicherung der Ausbildungsfähigkeit von Unternehmen, die Überwachung der betrieblichen Ausbildung und die Durchführung der Prüfungen obliegen den Kammern.

StudiLe Studium mit integrierter Lehre

Vor dem Hintergrund des Bedarfs an Fach-und Führungskräften sowie Betriebsnachfolgern ist 2004 das Ausbildungsprogramm StudiLe von der Handwerkskammer Lübeck gemeinsam mit der Fachhochschule Lübeck und weiteren Partnern ins Leben gerufen worden. Es ermöglicht eine handwerkliche Lehre in Verbindung mit einem Studium in den Bereichen Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. „Mittlerweile haben wir jährlich rund 30 bis 40 neue Teilnehmer, im Baubereich sind es rund 20“, sagt Projektkoordinator Marc Lode von der Handwerkskammer Lübeck.

Im Fachbereich Bauwesen werden passend zur Lehre in einem Bauberuf zwei verschiedene Studienmöglichkeiten angeboten: der Bachelor-Studiengang Architektur mit 6 Semestern und der Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen mit 7 Semestern Studienzeit. Nach Abschluss von StudiLe hat der Absolvent einen Doppelabschluss mit Gesellenbrief und Bachelor.

Bei StudiLe werden Praxis und Theorie optimal miteinander verbunden. Die Ausbildung erfolgt an den drei Lernorten Betrieb, Berufsschule und Hochschule. Betriebe profitieren von sehr gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften und die Absolventen von den Berufs- und Karrierechancen.

Qualifizierung zum Technischen Betriebswirt

Inhaber oder Geschäftsführer von Baubetrieben suchen häufig motivierte Auszubildende, auch in der eigenen Familie, die sie als Führungskraft oder Nachfolger aufbauen können. Hier setzt der Lehrgang zum Technischen Betriebswirt an, der speziell auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten ist. Er verbindet die handwerkliche Ausbildung mit einer betriebswirtschaftlichen Zusatzqualifikation, wird parallel zur Ausbildung absolviert und schließt mit einer Kammerprüfung ab. Das Fortbildungszentrum der Handwerkskammer Lübeck bietet den Lehrgang seit 2006 an.

Aufstiegsfortbildung in der Bauwirtschaft

Ausgehend von der Berufsausbildung haben die Sozialpartner in der Bauwirtschaft eine Aufstiegsfortbildung durch Tarifverträge und gesetzliche Verordnungen geregelt. Dabei erwirbt der Mitarbeiter Praxiserfahrung auf der Baustelle und besucht in den Wintermonaten Lehrgänge. Auf diesen kann er sich zum Vorarbeiter, Werkpolier oder Geprüften Polier weiterqualifizieren.

Herzstück des Handwerks: Meisterprüfung

Es bringt viele Vorteile mit sich, nach der Gesellenprüfung noch den Meistertitel zu machen. Der Titel ist für jeden Betrieb ein gutes Aushängeschild und genießt auch international hohe Wertschätzung bei Kunden. In einem zulassungspflichtigen Beruf ist der Meistertitel Voraussetzung, um sich selbst¬ständig zu machen und Lehrlinge ausbilden. Auch für die Karriere mit Betriebsübernahme, Firmengründung, Führungsposition oder Studium bietet der Meister das beste Fundament.

Der Weg zum Meister erfolgt Schritt für Schritt. Voraussetzung zur Zulassung ist eine bestandene Gesellenprüfung, bei einem fachfremden Meister braucht man Berufser¬fahrung. Die Handwerkskammern Flensburg und Lübeck geben gerne Auskunft.

Die Meisterprüfung gliedert sich in vier selbständige Teile in den Bereichen Fachpraxis, Fachtheorie, Wirtschaft/Recht sowie Berufs-/Arbeitspädagogik. Die Handwerkskammern bieten berufsbegleitend oder in Vollzeit entsprechende Vorbereitungskurse an. In Schleswig-Holstein haben in den vergangenen zwei Jahren 60 Maurer und Zimmerer ihre Meisterprüfung bestanden.

Quelle: BGV SH


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