Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstatt - Unternehmensnachfolge

Volles Haus

 „Volles Haus“ hieß es am 13.11.2019 im Haus des Handwerks der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Hier fand nämlich die letzte „Zukunftswerkstatt“ des Jahres 2019 statt. Zwei- bis Dreimal im Jahr treffen sich bei diesem Veranstaltungsformat  von WfS (Wir für Segeberg e.V. ) und der WKS (Wirtschaftsentwicklungs-gesellschaft des Kreises) Unternehmer, um sich zu verschiedenen Themen zu informieren und auszutauschen. Digitalisierung, Ansprache der jungen Generation und die Gewinnung von Auszubildenden waren schon Thema.
„Mit über 70 Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllt war der Raum. Nach einem köstlichen Imbiss, bei dem schon viele informative Gespräche geführt wurden, führte Marlis Stagat als Moderatorin in das Thema ein. „60% aller Unternehmer sind über 50 Jahre alt und in den nächsten Jahren wollen bundesweit 842.000 von ihnen in Rente gehen.“, Nach einer Umfrage hätten bislang aber nur ein Drittel die Nachfolge geregelt. Carsten Bruhn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, hatte die Erfahrung: „Viele verschieben die notwendige Entscheidung immer wieder, wenn das Alltagsgeschäft dazwischenkommt“, und bot gleichzeitig die Hilfe der KHW an, wenn es zum Beispiel um Vermittlung geeigneter Nachfolger gehe.

Um den Zuhörern Hilfestellung zu geben, hatte die Zukunftswerkstatt Experten aus verschiedenen Bereichen eingeladen. Da war zum Beispiel Rechtsanwalt Friedrich Cochanski, der die Nachfolgeregelung aus rechtlicher Sicht beleuchtete. Vor allem müsse man sich im Klaren sein, was alles genau übergeben werde; Inventar, Warenvorrat, Forderungen und laufende Verträge nannte er als Beispiel. Die Steuerberater Hendrik und Dieter  Koep sowie Thorsten Mönke (Leiter Firmenkundenbetreuung)  von der VR-Bank gaben den Zuhörern  ebenfalls tolle Tipps und wiesen darauf hin, was besonders zu bedenken ist.

Als Beispiel für eine optimal gelungene Firmenübergabe stellte Marlis Stagat die Firma Elektro-Schweim in Segeberg dar. Alt-Eigentümer Elektromeister Reinhard Schweim schilderte den Ablauf im Einzelnen. Sein Nachfolger Sebastian Baumert hatte vor 22 Jahren die Lehre im  Betrieb begonnen und dort auch seinen Meister gemacht. Danach hätte er mit seinem damaligen Chef zwar ab und an über die Nachfolge gesprochen, aber konkret wurde es erst dann, als der Mitbewerber Radio-Baer plötzlich zugemacht hätte und die eigenen Mitarbeiter Sorge um ihren Arbeitsplatz hatten. „Da ist es einfach so passiert“, erzählt Baumert. So kam es dann zur Übergabe. „Ganz wichtig dabei war auch, dass wir bei unseren Gesprächen immer unsere Ehefrauen mit am Tisch hatten“, gab Reinhard Schweim den Zuhörern als Erfahrung noch mit.

Mit einer lebhaften Diskussion und vielen Einzelgesprächen endete die letzte Zukunftswerkstatt des Jahres.

Unser Fazit: eine rundum gelungene Veranstaltung!
Vielleicht gibt es ja im kommenden Jahr mehr davon...

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