Podiumsdiskussion und Gedächtnistraining – buntes Programm auf dem Neujahrsempfang

-Handwerksnachwuchs und Fachkräfte stehen im Vordergrund-

„Unsere Betriebe hatten vergangenes Jahr gut zu tun; bei diesem Trend wird es wohl auch weiterhin bleiben“, freute sich Kreishandwerksmeister Michael Kahl in seiner Begrüßungsrede zum diesjährigen Neujahrsempfang. Diese Entwicklung führe natürlich auch dazu, dass Kunden manchmal etwas warten müssten. Hier sei es dann an Betrieb und Kunde eine gemeinsame Lösung zu finden. 

Insbesondere lag Kahl das Thema Ausbildung am Herzen. „Nachwuchsausbildung ist die beste Investition in den eigenen  Betrieb“ motivierte Kahl auch Betriebe, die bisher noch nicht ausbilden, sich an das Thema Ausbildung zu wagen. Ein großes Dankeschön richtete er an Betriebe, die Jahr für Jahr Lehrlinge ausbilden. Das sei nicht selbstverständlich und sehr wichtig. 

Von der Politik forderte Kahl, die Bürokratie, insbesondere in Ausschreibungsverfahren, zu reduzieren. Die Formularflut sei für die Betriebe kaum zu bewältigen und stelle eine große Belastung im Arbeitsalltag dar.

Themen in der von Carsten Kock (R.SH) moderierten Talkrunde waren ebenfalls die Ausbildung des Handwerksnachwuchses, die Digitalisierung und die Bindung von Fachkräften. Tenor bei den Talkgästen Günther Stapelfeldt (Präsident der Handwerkskammer Lübeck), Thorsten Freiberg (Präsident von Handwerk Schleswig-Holstein e. V.) und Kreishandwerksmeister (KH Mittelholstein) Michael Kahl war, dass die Gewinnung von Nachwuchs für das Handwerk kein Selbstläufer ist. Betriebe, Innung und Verbände aber insbesondere auch die allgemeinbildenden Schulen müssten an einem Strang ziehen, denn so Kahl, „Das Handwerk mit seinen Chancen und Perspektiven braucht sich nicht hinter anderen Ausbildern am Markt zu verstecken“. Stapelfeldt gab zu bedenken, dass es laut Prognosen im Jahr 2030 2 Millionen Akademiker zu viel und 1 Million Handwerker zu wenig auf dem Markt geben werde.

Auch im Punkto Digitalisierung waren sich alle einig; man müsse in diesem Punkt mitziehen, sonst bleibe man auf der Strecke“ so Freiberg. Michael Kahl verwies auf die Möglichkeit für Innungsbetriebe der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein, sich mit ihrem Betrieb online auf dem neuen Internetportal der Kreishandwerkerschaft (www.handwerk-mittelholstein.de) zu präsentieren.

An Ehrungen fehlte es selbstverständlich auch nicht. Schließlich ist die Handwerksjugend die Zukunft. Aus den Reihen des Handwerksnachwuchses wurden geehrt:

Lukas Sorgenfrei als 3. Landessieger der Zimmerer (Ausbildungsbetrieb Firma Knuth aus Weede)

Tim-Lenard Pagels als 2. Bundessieger und 1. Landessieger der Fahrzeugbaumechaniker, FR: Karosserieinstandhaltungstechnik, (Ausbildungsbetrieb: EF Karosserie und Lackiererei GmbH, Kaltenkirchen)

Patrick Weißmann als 1. Landessieger und Konstantin Melchert als 2. Landessieger der Informationselektroniker, SP: Bürosystemtechnik (Ausbildungsbetrieb: TA Triumph-Adler GmbH, Norderstedt)

Antonie Wolf als 1. Landessiegerin der Orthopädieschuhmacher (Ausbildungsbetrieb: Orthopädie Technik Nord GmbH, Neumünster)

Marco Böge als  2. Landessieger der Land- und Baumaschinemechatroniker (Ausbildungsbetrieb: Meifort, Dägeling)

Dennis Fischer als 3. Landessieger der Feinwerkmechaniker (Ausbildungsbetrieb: Kreyenberg GmbH, Norderstedt). Konstantin Melchert als 2. Landessieger der Informationselektroniker SP: Bürosystemtechnik (Ausbildungsbetrieb: TA Triumph-Adler GmbH, Norderstedt)

Unter dem Motto „Ja zum Meister“ verlieh Kammerpräsident Stapelfeldt den goldenen Meisterbrief für 50 Jahre Meistertitel an die Maler- und Lackierermeister Günter Glage (Wahlstedt) und Gerhard Pistol (Henstedt-Ulzburg) verliehen. Beide haben sich zum Wohle des Handwerks auch jahrelang in der Innung ehrenamtlich engagiert. Günter Glage war von 1973 bis 2001 aktiv und davon sogar 11 Jahre als Obermeister (bis 2001). Gerhard Pistol hat sich von 1981 bis 1993 im Bereich der Lehrlingsausbildung engagiert. 

Geistig auf Trab gehalten wurde die Gäste dieses Jahr von Gedächtnisgroßmeister Jürgen Petersen aus Nordfriesland. Im Handumdrehen gelang es ihm, dass die Gäste die letzten 10 Präsidenten der USA vor Obama und die heimischen Entenarten auswendig konnten. Auch Tricks für das Merken von Pins und Zahlencodes hatte er parat. Mit „Use it or lose it“ motivierte er seine Zuhörer sich geistig aktiv zu betätigen. 

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