Handwerk Schleswig-Holstein e. V.

Neuer Geschäftsführer Marcel Müller-Richter stellt sich vor

Das Mittelholsteiner Handwerk begrüßt ihn als neuen Geschäftsführer von Handwerk Schleswig-Holstein e. V.

1. Das Mittelholsteiner Handwerk begrüßt Sie als neuen Geschäftsführer von Handwerk Schleswig-Holstein e.V.:

Mögen Sie sich kurz vorstellen?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich habe mich sehr darüber gefreut, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich bin 39 Jahre alt, Diplom-Volkswirt, verheiratet und habe Zwillinge im Alter von bald vier Jahren. Vor meinem Wechsel zu Handwerk Schleswig-Holstein in diesem Sommer war ich sechs Jahre als politischer Referent im Landtag tätig und insofern sind mir die Problemstellungen und Herausforderungen, denen sich das Handwerk gegenübersieht, nicht ganz unbekannt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, denen das Handwerk am Herzen liegt. Dazu gehört es für mich, denjenigen zuzuhören, die oftmals schon ihr Leben lang im Handwerk unterwegs sind.

2. Für diejenigen, die es nicht wissen sollten; welche Aufgaben hat Handwerk Schleswig-Holstein e.V.?

Handwerk Schleswig-Holstein ist seit 1952 der Spitzenverband des freiwillig organisierten Handwerks in Schleswig-Holstein. Unserem Verband gehören 26 Fachverbände von A wie Augenoptikerhandwerk bis Z wie Zahntechnikerhandwerk sowie 12 Kreishandwerkerschaften von Niebüll bis Ratzeburg an. Rund 8.000 Betriebe sind mittelbar über die örtlichen Innungen in unserem Verband organisiert. Unsere Aufgabe als schleswig-holsteinischer Arbeitgeberverband ist es, die Interessen unserer Mitgliedsbetriebe gegenüber der Landespolitik und der Öffentlichkeit zu vertreten. Wir mischen uns ein, wenn wieder Politik auf dem Rücken der Handwerker gemacht werden soll.

Und wir nehmen die Politik in die Verantwortung. Und das – und da legen wir sehr großen Wert drauf – unabhängig von den Interessen Dritter.

3. Welche Rolle spielt das Ehrenamt dabei?

Das Ehrenamt spielt im freiwillig organisierten Handwerk die entscheidende Rolle. Ob Prüfungsausschuss oder Innung – die Selbstverwaltung des Handwerks ist ohne die Ehrenamtlichen nicht denkbar. Wenn es das Ehrenamt im Handwerk nicht geben würde, dann müssten diese Aufgaben vom Staat übernommen werden. Das kann der Staat aber weder strukturell, personell noch finanziell. Deshalb ist es auch Aufgabe von Handwerk Schleswig-Holstein, gegenüber der Politik immer wieder deutlich zu machen, dass Ehrenamt mehr ist als Feuerwehr und Sportverein. Dafür ist der ständige Erfahrungsaustausch mit dem Ehrenamt genauso wie die Zusammenarbeit mit den zahlreichen hauptamtlichen Mitarbeitern in den Verbänden, den Kreishandwerkerschaften und den Innungen wichtig, bildet er doch die Basis für eine erfolgreiche Verbandsarbeit im Sinne des Handwerks in Schleswig-Holstein.

4. Was können Sie für das Mittelholsteiner Handwerk tun?

Als Handwerk Schleswig-Holstein vertreten wir die Gesamtinteressen des freiwillig organisierten Handwerks insbesondere gegenüber der Landespolitik. Insofern tun wir all das, was wir für das Mittelholsteiner Handwerk tun, auch für alle anderen Mitgliedsorganisationen. Und da stehen gerade in der laufenden Legislaturperiode wichtige politische Entscheidungen an. Angefangen bei der Überarbeitung des Tariftreue- und Vergabegesetzes bis hin zum Dauerthema Entbürokratisierung, die wir als Handwerk Schleswig-Holstein im Sinne unserer Mitglieder politisch begleiten werden.

5. Würden Sie uns drei Schwerpunkte nennen, die Sie vordergründig umsetzen wollen?

Wichtige Themen neben der Entbürokratisierung werden der Erhalt des Meisterbriefs, die Gleichrangigkeit der beruflichen Ausbildung gegenüber der akademischen Ausbildung und die Bekämpfung des Fachkräftemangels sein. Das sind allesamt Themen, die auf Europa-, auf Bundes- und Landesebene uns in den nächsten Jahren stetig begleiten werden. Ich möchte dazu meinen Beitrag leisten, dass wir hier zu Ergebnissen im Sinne des Handwerks kommen.

6. Was können Sie uns zu dem Gespräch des Handwerksrates mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz berichten?

Der gesamte Handwerksrat, also Handwerk Schleswig-Holstein und die Handwerkskammern, haben sich darüber gefreut, dass wesentliche Anliegen des Handwerks im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung aufgegriffen wurden. Hierzu gehört die seit langem erhobene Forderung nach einer wirtschaftsnahen Infrastruktur inklusive des flächendeckenden Glasfaserausbaus. Das Vorhaben der Jamaika-Koalition, Schleswig-Holstein zu einem „Land der Gründer“ zu machen und die duale Ausbildung stärken zu wollen wurden ebenso begrüßt. Ein erster politischer Erfolg konnte im Oktober 2017 mit der Landtagsinitiative der Jamaika-Koalition zur Meistergründungsprämie erzielt werden, für deren Einführung sich der Handwerksrat seit Jahren stark macht. Damit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht worden.

7. Wieso ist eine Innungsmitgliedschaft aus Ihrer Sicht unverzichtbar?

Weil nach wie vor gilt: „Gemeinsam sind wir stärker“. Wer Innungsmitglied wird, wird Teil einer starken Gemeinschaft, denn am Ende ist man ja nicht nur Konkurrent sondern auch Kollege. Man hat die gleichen Probleme und Sorgen mit Behörden, mit Kunden und Lieferanten oder auch Mitarbeitern. Da sind die Innungen die besten und kompetentesten Ansprechpartner, die man sich als Handwerker nur wünschen kann. Und auch in Sachen qualitativ hochwertiger Ausbildung geht nichts ohne die Innungen. Die Abnahme von Gesellen- und Zwischenprüfungen sowie die Durchführung der überbetrieblichen Unterweisung ist ein Teil dessen. Darüber hinaus bieten die Kreishandwerkerschaften als moderne Dienstleistungseinrichtung viel Service wie bspw. Rechtsberatungen an, die von den Innungsmitgliedern in Anspruch genommen werden können.

Kurz: Die Innung ist gut für den Erfolg Ihres Betriebes!

8. Was wünschen Sie sich von Ihren Mitgliedern?

Ich möchte gemeinsam mit allen im Handwerk tätigen für ein starkes Handwerk in Schleswig-Holstein arbeiten. Mein größter Wunsch ist es, dass wir im ständigen Austausch und Dialog miteinander bleiben. Denn nur so kann man am Ende die Problemstellungen erkennen und im Sinne aller Handwerker lösen.