Fleischer-Innung für den Kreis Segeberg

Mittelholsteiner Fleischer-Innungsbetriebe

„Hier läuft die Ware nicht vom Band, hier schafft man noch mit Herz und Hand“

Während in den industriellen Schlachtbetrieben möglichst gleichgroße, in lichtlosen Ställen mit
Futtersoße aufgezogene Schweine über viele hundert Kilometer herangefahren werden müssen
und dadurch auch unter einer erheblichen Stresshormonbelastung stehen, kommen die Tiere beim
Landschlachter aus der Umgebung. Hier liefern sowohl konventionelle Landwirte, als auch
Biobauern ihre Tiere an und eine Bio- und EU-Zertifizierung haben auch die meisten Betriebe. So
kennt der Schlachtermeister seine anliefernden Landwirte und kann die Garantie dafür
übernehmen, dass die Schlachttiere tierschutzgerecht aufgewachsen sind.

In unseren Landschlachtereien wird in der Regel noch alles selbst gemacht. „Alles kommt aus
einer Hand, auch die Schlachtung übernehmen wir, das gehört einfach dazu“, sagt
Innungsobermeister Andreas Pirdzuhn, der 1989 seine Meisterprüfung bestand und seinen Betrieb
in Todesfelde führt, den schon der Großvater 1952 eröffnet hatte. Der größte Vorteil der
Landschlachtereien liegt in den verwendeten Tieren.

Das zweite, ganz große Plus der Handwerksschlachtereien ergibt sich bei der Verarbeitung. Die
Fleischindustrie kann schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen nur mit vorgefertigten, standardisierten
Würzmischungen arbeiten, erforderliche Fleischruhezeiten werden nach Möglichkeit abgekürzt, die
Bedienung lokaler Geschmäcker und Vorlieben sind unmöglich – von Flensburg bis Garmisch
schmeckt alles gleich. Der Handwerksmeister hat da ganz andere Möglichkeiten: „Hier wird keine
Fließbandarbeit gemacht, sondern alles fachgerecht erledigt“, meint Pirdzuhn. Und tatsächlich hat
jeder Betrieb seine eigenen Rezepte, oft von den Vorfahren übernommen aber auch durch
Kundenwünsche selbst entwickelt. Und natürlich kennen die Kunden auch die Leistungsfähigkeit
Ihres Schlachters. Besondere Portionsgrößen, wie der Weihnachtsbraten für die ganze Familie,
aber auch Spezialitäten, wie das Holsteinische „Schwartsuur“, gibt es nur hier. Damit diese
Wünsche reibungslos erfüllt werden können, ist selbstverständlich besonders die Belegschaft
wichtig. Der Betriebswechsel ist hier selten, oft sind die Mitarbeiter vom ersten Lehrlingstag im
angestammten Betrieb tätig, wohnen in der Umgebung und sind mit den Wünschen ihrer Mitbürger
bestens vertraut. Ob Schaf, Rind oder Schwein – auch sie wissen, wo die Tiere herkommen und
was die Kunden wünschen.

Natürlich muss eine Handwerksschlachterei auch auf die Wirtschaftlichkeit achten. Jedes Teil des
Schlachttieres, das nicht verarbeitet wird ist ein Verlust. Daher werden nicht nur die üblichen
Fleischstücke angeboten, sondern auch Beilagen und Suppen gekocht. Und natürlich bekommt
der treue Vierbeiner seine Knochen in jeder Größe auf Bestellung.

Ein weiterer, riesengroßer Vorteil der Handwerksschlachtereien liegt in ihrer Flexibilität. Gerade die
Unzahl der Kochsendungen im Fernsehen wecken Wünsche beim Verbraucher, die nur hier erfüllt
werden können. Ob Tim Mälzer oder Rainer Sass, hier bekommt man genau die Produkte, die für
ausgefallene Mahlzeiten erforderlich sind. Andreas Pirdzuhn weist auf eine Holztafel mit seinem
Motto hin: „Hier läuft die Ware nicht vom Band, hier schafft man noch mit Herz und Hand.“


Unsere Mitgliedsbetriebe stellen sich vor!

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Nach 29 Jahren als Obermeister wurde Waldemar Müller nun Ehrenobermeister der Fleischer-Innung für den Kreis Segeberg

Nach 29 Jahren als Obermeister wurde Waldemar Müller  nun Ehrenobermeister der Fleischer-Innung für den Kreis Segeberg. Auf der Innungsversammlung der Fleischer-Innung für den Kreis Segeberg  am 23.05.2015 wurde Waldemar Müller von der Mitgliederversammlung zum Ehrenobermeister ernannt.

29 Jahre hat Waldemar Müller aus Henstedt-Ulzburg das Amt des Obermeisters mit viel Liebe und Herzblut bekleidet. Der neu gewählte Obermeister Andreas Pirdzuhn dankte Müller herzlich im Namen aller Mitglieder für das tolle und langjährige ehrenamtliche Engagement. Neben dem Obermeisteramt, das Müller von 1987 bis Mai 2016 inne hatte, war er von 1984 bis 2011 im Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten, von 1981 bis 1990 im Gesellen- und Zwischenprüfungsausschuss und von 2006 bis Mai 2016 als Delegierter zur Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein ehrenamtlich engagiert. Auch an Auszeichnungen mangelt es bei Waldemar Müller nicht. 1999 erhielt er die Ehrenmedaille der Handwerkskammer Lübeck, 2011 die goldene Ehrennadel der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein und 2015 den goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Lübeck verliehen.

Sichtlich gerührt nahm Waldemar Müller von Andreas Pirdzuhn seine Ehrenobermeisterurkunde und einen Gutschein für ein Abendessen mit seiner Frau entgegen. „Mir hat die ehrenamtliche Arbeit immer sehr viel Spaß gemacht“, betonte Müller. Dabei stand ihm seine Frau Anne Marie Müller immer unterstützend zur Seite, die als Dank Blumen überreicht bekam.  „Ihr ward immer wirkliche Kollegen“, bedankte Müller sich bei den Mitgliedern. Ein wenig wehmütig war er schon den langjährigen Posten nun abzugeben. Aber er weiß ihn bei Andreas Pirdzuhn in guten Händen. Stellvertretender Obermeister wurde Thomas Berlin; Ingo Niels wurde Kassenführer und Bernd Poggensee Lehrlingswart und Schriftführer. Der frisch gebackene Obermeister Andreas Pirdzuhn freute sich mit dem neu gewählten Vorstand die nächsten 5 Jahre zu gestalten.

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Innungsversammlung 15.11.2017

Alltag im Fleischerhandwerk

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