Innung des Baugewerbes Neumünster

Baugewerbeverband fordert, Aufträge im Land zu lassen

Kommunen bekommen Extragelder für Infrastruktur vom Land

Kiel. Die Kommunen in Schleswig-Holstein sollen entlastet werden. Sie bekommen nicht nur mehr Geld für den Bereich Kita, sondern auch für die kommunale Infrastruktur. Das ist das Ergebnis der heutigen Spitzengespräche der Landesregierung mit den Vertretern der kommunalen Landesverbände.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Städte, Gemeinden und Kreise entlastet werden und das Land dadurch notwenige Investitionen mit anschiebt. Bereits seit Jahren setzen wir uns gegen Mangelwirtschaft und für die Sanierung und Aufrechterhaltung auch der kommunalen Infrastruktur ein“, sagt Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, Kiel. Der Verband habe vor allem im Blick,dass es dem Land gut gehe. „Ohne funktionierende öffentliche Infrastruktur und Investitionen in unseren Nachwuchs haben wir keine ausreichende Bildung und keinen zukunftssicheren Wirtschaftsstandort. Dies sind wichtige Eckpfeiler für unsere Bauwirtschaft auch als wichtigem Träger der gesamtwirtschaftlich positiven Lage unserer Wirtschaft.

“Im Einzelnen sieht der Konsens folgende Regelung vor: Das Land wird das kommunale Investitionspaket in Höhe von 34 Mio. Euro von 2018 bis 2020 um jeweils 15 Mio. Euro aufstocken. Weitere 50 Mio. Euro gehen in die Sanierung und den Neubau im Schulbereich, 7,5 Mio. Euro gibt es für Sportstätten. Die kommunalen Landesverbände akzeptierten im Gegenzug, dass damit eine Grundlage dafür geschaffen ist, auf der die Kommunen ihrer Aufgabe im kommunalen Straßenausbau nachkommen können.

„Wir begrüßen auch, dass die Kommunen in die Lage versetzt werden, langfristig Straßenausbaubeiträge flexibel und ohne Verdrängungswettbewerb untereinander zu handhaben“, sagt Schareck. Auch das ist eine langjährige Anmahnung des Verbandes an die Politik, der viele infrastrukturelle Maßnahmen in der Erhaltungspflicht des Staates sieht und darauf verweist, dass es durchaus Möglichkeiten für die Kommunen gibt, die Finanzierungsfragen wirtschaftlicher als bisher zu handhaben, so dass auch die Spitzenlast für einzelne Bürger entfällt.

„Das millionenschwere Paket an die Kommunen wird in absehbarer Zeit Baumaßnahmen nach sich ziehen. Wir mahnen aber die öffentlichen Auftraggeber an,die Aufträge im Land zu vergeben“, sagt Schareck. Der BGV SH fordert ein klares Bekenntnis zur Auftragsvergabe in Schleswig-Holstein. Das stärke nicht nur die regionalen mittelständischen Betriebe und ihre Mitarbeiter, sondern auch die gesamte Wirtschaftskraft des Landes über Steuern und Abgaben und käme allen Menschen zugute.

Quelle: Baugewerbeverband Schleswig-Holstein Kiel


Ausbildung im Bauhandwerk

Umfrageergebnisse des 1. Ausbildungsjahres 2017 zur Berufsfindung!

Die einzelnen Umfrageergebnisse erhalten Sie im internen Bereich unter "Allgemeines"

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Mindestlöhnen im Baugewerbe in Schleswig-Holstein zugestimmt

Die Mitglieder des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein stimmen der Annahme des Tarifvorschlags für höhere Mindestlöhne am Bau mehrheitlich zu.

Nach intensiven internen Diskussionen haben die Mitglieder des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein der Erhöhung der Mindestlöhne für das Bauhauptgewerbe mehrheitlich zugestimmt. Mit einem Schreiben an den federführenden Tarifpartner, den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), haben sie das im Rahmen der Erklärungsfrist, die bis zum Mittag des 1. November gesetzt war, für Schleswig-Holstein schriftlich kundgetan.

Nach langen Verhandlungen hatten sich die Tarifvertragsparteien auf die Erhöhung der Mindestlöhne für das Bauhauptgewerbe geeinigt. Dem mussten die einzelnen Bundesländer noch zustimmen.

Die Mindestlöhne 1 und 2 werden in jeweils zwei Schritten ansteigen, die Laufzeit hierfür beträgt 24 Monate und endet am 31. Dezember 2019. Der Mindestlohn 1 (Ost und West) wird jährlich um rund vier Prozent erhöht. Ab 1. Januar 2018 steigt er von 11,30 Euro auf 11,75 Euro; ab 1. März 2019 von 11,75 Euro auf 12,20 Euro. Der Mindestlohn 2 (West) wird jährlich um rund 1,7 Prozent erhöht. Ab 1. Januar 2018 steigt er von 14,70 Euro auf 14,95 Euro; ab 1. März 2019 von 14,95 Euro auf 15,20 Euro. Der Mindestlohn 2 (Berlin) wird jährlich um rund 1,7 Prozent erhöht. Ab 1. Januar 2018 steigt er von 14,55 Euro auf 14,80 Euro; ab 1. März 2019 von 14,80 Euro auf 15,05 Euro.

Der Vertreter für die Tarifpolitik im Baugewerbe Schleswig-Holstein, Kai Boysen, erklärt als Verhandlungsführer und zugleich Obermeister der Baugewerbe-Innung Stormarn: „Die Zustimmung zum Mindestlohn-Tarifabschluss stand in einem an und für sich wirtschaftlich positiven Umfeld, hat aber intensive Diskussionen zum Thema Tarifkonkurrenz ausgelöst. Zum Schutz seiner Mitglieder wird der Baugewerbeverband Schleswig-Holstein zukünftig ein besonderes Augenmerk auf konkurrierende Gewerke wie beispielsweise Maler, Tischler, GaLa-Bau oder Bautätigkeiten im Metallbau legen.“

Ferner werde man strikt darauf achten, dass die als Einzelentscheidung erfolgte, separate Mindestlohn-Tarifrunde nicht automatisch  auf die im kommenden Jahr anstehende Entgeltrunde bezogen werde. Boysen: „Den Mitgliedern des BGV SH fällt eine Zustimmung zu hohen Abschlüssen schwer, denn trotz der guten Konjunktur sind die Umsatzrenditen in der Bauwirtschaft nach wie vor niedrig, da nicht alle Kosten in den Markt weitergegeben werden können.“

Der Mindestlohn 1 gilt bundesweit für Helfertätigkeiten auf dem Bau. Der Mindestlohn 2 wird für Facharbeiter gezahlt. Die Erhöhung des Mindestlohns trägt der guten Baukonjunktur Rechnung und stärkt zugleich die Attraktivität der Baubranche für Nachwuchskräfte. Sie soll auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Bauunternehmen gegenüber europäischen Mitbewerbern sichern. Da der Bau-Mindestlohn von der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärt wurde, gilt er ebenfalls für nicht tarifgebundene Unternehmen und für aus dem Ausland entsandte Arbeiter. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt noch bis Jahresende und muss dann erneut erklärt werden.


Gesellenprüfung Sommer 2017

"38 Lehrlinge des Baugewerbes feierlich von ihrer Lehrzeit freigesprochen"

Am 31.08.2017 wurden 38 Lehrlinge in den Berufen Zimmerer, Maurer und Fliesen-, Platten- und Mosaikleger in einem feierlichen und traditionellen Rahmen in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau freigesprochen.

An der Freisprechungsfeier nahmen rund 150 Gäste teil, die jeden frischgebackenen Junggesellen mit Applaus ehrten.

Traditionell mit den Worten „In Ehrbarkeit, In Gerechtigkeit, In Wahrhaftigkeit“ eröffnete der Obermeister der Innung des Baugewerbes Neumünster, Lothar Kutkowsky, die Feierstunde.

Er gab zu bedenken, dass man einen Abschluss nicht geschenkt bekommt, sondern sich ihn hart erarbeiten muss. „Was gestern noch eine verschwommene Perspektive war, ist heute das feste Fundament für Ihr weiteres Leben. Sie haben etwas erreicht, liebe Gesellen, und darauf können Sie stolz sein.“

Als Festredner durfte die Innung des Baugewerbes Neumünster Herrn Thorsten Freiberg, den Präsidenten von Handwerk Schleswig Holstein e.V., begrüßen.

In seinem Grußwort merkte er an, dass mehr junge Menschen gebraucht werden, die sich für das Handwerk entscheiden. Denn eine aufsehenerregende Studie von PROGNOS, sagt bis 2040 ein Fehlen von 3,3 Millionen Facharbeitern voraus.

„Zum Markenkern des Handwerks zählen Eigenverantwortlichkeit, Weitergabe von Bildung und auch die Nähe zu den Menschen. Dieses Wertebewusstsein ist der Kern des Handwerks. Und Sie, liebe Junggesellen, gehören jetzt dazu. Nutzen Sie das Leben, was vor Ihnen liegt, denn es ist Ihr Leben! Gott schütze Sie und das ehrbare Handwerk!“

Als Innungsbeste bei den Zimmerern mit der besten praktischen Prüfung, gingen Herr Marcel Backen von der Firma Hans Voss Holzbau und Herr Marvin Siebenhüner von der Firma Sieling hervor.

Gesamtprüfungsbester wurde Herr Martin Wentzel von der Firma Hans Voss Holzbau.

Bei den Maurern wurde Herr Philipp Wiesenthal von der Firma Schartner Bau sowohl für die beste praktische Leistung, als auch als Gesamtprüfungsbester in dem Jahrgang geehrt.

Prüfungsbeste bei den Fliesenlegern wurden Herr Marc-André Schulz von der Firma Bonnichsen mit der besten praktischen Leistung und Herr Florian-Paul Schütt, der als Gesamtprüfungsbeste bei den Fliesenlegern hervorging.

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren dieser Veranstaltung; der Firma Dachdecker-Einkauf und der Firma Wigger. Die prüfungsbesten Junggesellen wurden mit  Sachgeschenken, sowie gravierten Wasserwaagen und Stehlen, neben den von Lothar Kutkowsky feierlich überreichten Prüfungszeugnissen und Gesellenbriefen, für ihre Leistungen geehrt.

Für jeden Junggesellen, der freigesprochen wurde, fand Obermeister Lothar Kutkowsky ein paar persönliche Worte und wünschte viel Erfolg und alles Gute für den weiteren Lebensweg.

Im Anschluss an die Freisprechungsfeier wurde zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Das Buffet wurde vom Versorgungsteam Kuck hergerichtet, das allen Gästen sichtlich zusagte und für einen gelungenen Abschluss dieser Veranstaltung sorgte.

Hiermit richtet die Innung des Baugewerbes Neumünster noch einmal die herzlichsten Glückwünsche an alle Junggesellen zur bestandenen Prüfung und wünscht ihnen für die weitere berufliche und private Zukunft alles Gute.

Impressionen "Gesellenprüfung 2017"


Handwerk zum Anfassen und Mitmachen

-Kinderferienspaßaktion-

Am 07.08.2017 waren 11 Kinder und Jugendliche mit Feuereifer dabei sich handwerklich im Rahmen der Kinderferienspaßaktion der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein auszuprobieren.

Die Innung des Baugewerbes NMS und Elektro-Innung NMS hatten sich dieses Jahr zum Ziel gesetzt, Handwerk für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien einmal praktisch erlebbar zu machen. Einen ganzen Vormittag lang bauten jungen Teilnehmer/innen zusammen mit dem stv. Obermeister der Elektro-Innung Fred Woebs und Ausbildungsmeister der überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Innung des Baugewerbes, Torge Steenblock, an unterschiedlichen Stationen eine Betonleuchte. Zuerst wurde die Schalung aus Holz gebaut, dann wurde der Beton angerührt und gegossen. Auch die elektrische Verkabelung mit Schalter wurde mit fachmännischer Unterstützung eingebaut. Als nach dem gemeinsamen Grillen der Beton trocken war, die Schalung entfernt werden konnte und die Betonlampen funktionierten waren alle Teilnehmer sichtlich stolz. Etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen hat allen Spaß gemacht. Von Berührungsängsten vor Stechbeitel, Hammer, Akkuschrauber oder Säge war nicht das Geringste zu spüren.

Ganz im Gegenteil; als die Eltern die jungen Teilnehmer/innen gegen 14:00 Uhr wieder abholen wollten, waren diese noch fleißig dabei sich im Sägen, Schleifen und Nägel einschlagen zu üben. Auf jeden Fall eine lohnenswerte Aktion, die ja vielleicht das Handwerk bei der späteren Berufswahl in Erinnerung ruft.

Impressionen Ferienspassaktion


Hilfe bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz im Bauhauptgewerbe

Die Innung des Baugewerbes Neumünster, die Baugewerbe-Innung f. d. Kreis Segeberg und der Baugewerbeverband unterstützen vor Ort

Bereits in einigen Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Diejenigen, die noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, aber Interesse an einer Berufsausbildung in der Bauwirtschaft haben, finden Unterstützung über die Innung des Baugewerbes Neumünster, die Baugewerbe-Innung f. d. Kreis Segeberg und beim Baugewerbeverband chleswig-Holstein in Kiel.

„Die Baubranche bietet eine Vielzahl von Ausbildungsberufen, die für junge Frauen und Männer attraktiv sind“, sagt BGV-Geschäftsführer Jan Jacobsen. Insgesamt bilden in Deutschland über 14.594 (Stand 31.12.2016) zumeist inhabergeführte mittelständische Betriebe in einem oder mehreren der 18 Berufe im Hoch-, Tief- oder Ausbau aus. In Schleswig-Holstein sind es mehr als 1.000 Ausbildungsbetriebe.

Obwohl deutschlandweit jährlich viele Lehrlinge ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, mangelt es auf den Baustellen an ausgebildeten Fachkräften. (11.282 Auszubildende waren Ende 2016 im dritten Ausbildungsjahr.) „Die Branche ist besorgt über den Ausfall an Fachkräften, da mehr Beschäftigte das Rentenalter erreichen, als junge Fachleute nachrücken“, sagt Jacobsen. Verschärft wird die Lage dadurch, dass die Bauwirtschaft boomt. Derzeit sind alleine in der Jobbörse der SOKA-BAU (Sozialkassen der Bauwirtschaft) rund 37.000 freie Stellen in der Baubranche gelistet.

„Wir müssen dem Nachwuchs vermitteln, dass die Berufe in der Baubranche komplex und attraktiv sind“, sagt Jacobsen. Zu lange habe man das öffentliche Image dieser Berufe vernachlässigt. Dabei haben moderne Techniken und Materialien das Berufsbild in vielen Bereichen nachhaltig verändert. Neue Verfahren, wie das energieeffiziente Bauen oder die Digitalisierung, machen diesen Wirtschaftszweig sehr modern, vielseitig und faszinierend anspruchsvoll. Bei der Kombination aus Handwerk und Hightech ist jetzt Fachwissen gefragt, aber auch klassisches Anpacken.

„Wir wissen aus Befragungen auch, dass die jungen Menschen heute auf Karriere durch Weiterbildung setzen“, sagt Jacobsen. Mehr als die Hälfte der befragten Auszubildenden und der Junggesellen strebten die Meisterprüfung an, jeweils rund ein Drittel wolle Polier werden oder plane ein anschließendes Studium im Baubereich. Die guten Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten im Baugewerbe machen es zudem möglich, später einen eigenen Betrieb zu führen.

Eine aktuelle Studie der SOKA-Bau und des FAZ-Instituts hat gezeigt, dass die Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung in einem der 18 Berufe am Bau entschieden haben, mit ihrer aktuellen Berufsausbildung am Bau zufrieden (93,5 %) sind, ein Viertel von ihnen gab an, sogar sehr zufrieden (24,8 %) zu sein.

Sie suchen noch einen Ausbildungsbetrieb in oder um Neumünster oder im Kreis Segeberg? Schauen Sie in unsere Ausbildungsplatzbörse oder rufen Sie uns an: 04321/60 88 0 (Innung des Baugewerbes Neumünster) oder 04551/ 99 68 0 (Baugewerbe-Innung f. d. Kreis Segeberg).


Das Holzbauzentrum Nord

Kompetenz in Sachen Holzbau

Mit dem Holzbauzentrum Nord (HBZ*Nord) besteht erstmals eine Beratungs- und Kompetenzstelle, die mit einem umfassenden Programm den Holzbau fördert.

Es bietet holzverarbeitenden Betrieben, Zimmereien, Dachdeckereien, Architektur- und Ingenieurbüros, Sachverständigen, Bauherren und Investoren breite, fachtechnische Unterstützung und verknüpft diese zu einem leistungsstarken Netzwerk.

Das Holzbauzentrum Nord (HBZ*Nord) ist eine Initiative des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, der Landesregierung sowie des Landesbeirates Forst- und Holzwirtschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg. 

Das HBZ*Nord hilft dort weiter, wo für die Initiierung, Planung und erfolgreiche Umsetzung von Holzbauwerken Fachwissen und individuelle Beratungsleistung gefragt sind. Dazu zählen bauphysikalische, konstruktive oder statische Fragestellungen, Eigenschaften und Verwendung von Bauprodukten, Normenauskünfte, baurechtliche Belange und Sachverständigenwesen. Es arbeitet neutral und interessenübergreifend.

Das Holzbauzentrum Nord verfügt über ein Netzwerk von Holzbauexperten und Sachverständigen aus unterschiedlichen Disziplinen des Bauwesens, deren Wissen stets auf dem aktuellen Stand ist. Dadurch wird das HBZ*Nord zu einer einzigartigen Drehscheibe für Fortbildungen, Informationen und Dienste in Sachen Holzbau. 

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Flyer

Nutzen Sie dieses Angebot zu Ihrem Vorteil und nehmen Sie bei Interesse unter Kontakt auf.

Von der grauen Maus zum weißen Schwan

Zahlreiche Aufträge von privat und öffentlicher Hand: Das Baugewerbe in Neumünster profitiert von Sanierungen und Neubauten


So sieht ein zufriedener Handwerker aus. Und zufrieden hört sich Lothar Kutkowsky auch an, als er über das Neumünsteraner Baugewerbe spricht: Der Obermeister, der seit rund neun Jahren der Baugewerbe-Innung vorsteht, reiht einen positiven Trend an den nächsten. Der Grundtenor: Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, in der Folge geht es den Betrieben ebenfalls gut.

Denn aktuell werden viele Bauvorhaben in der Stadt und in ihrem Umfeld umgesetzt. Häufig stehen energetische Sanierungen älterer Häuser an, erläutert Lothar Kutkowsky, der einen Zimmerei- und Dachdeckerbetrieb in Einfeld führt. „Zahlreiche Häuser aus der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sind mittlerweile ‚in die Jahre gekommen‘ und benötigen dringend eine Sanierung. Es sind aber auch Gebäude aus den 70er und 80er Jahren, die nun an der Reihe sind“, sagt der Obermeister: „Sie entsprechen nicht mehr der neuesten Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, da ist viel zu tun.“

Die anhaltende Niedrigzinsphase befördert dabei die Entschlusskraft vieler Auftraggeber, die energetische Sanierung von Gebäuden und ganzer Baugebiete in der Stadt an der Schwale voranzutreiben. Neue Türen, neue Fenster, eine bessere Dämmung oder endlich ein Carport – auch aufgrund der Eigeninitiative vieler privater Hausbesitzer geht es dem Baugewerbe zur Zeit richtig gut. „Auf der Bank bringt das Geld kaum noch Zinsen – deswegen investieren die Leute im Moment lieber in ihre Immobilie und dabei vor allem in mehr Wohnqualität“, sagt Lothar Kutkowsky. Sein Ratschlag: „Je mehr energetisch saniert wird, desto günstiger kommt man an Fördergelder, beispielsweise über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Zum Abschluss der baulichen Maßnahme wird die Funktionalität gemessen – unter anderem mit dem sogenannten Blower Door Test, bei dem das Gebäude systematisch auf Undichtigkeiten überprüft wird.

Die Bedeutung guter Dämmung und eines niedrigen Energiebedarfs von Gebäuden wird dem Experten zufolge seit Jahren durch die Medien und den Gesetzgeber ins öffentliche Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Die Veränderung in den Köpfen mündet nun auch in der Praxis konkrete Projekte: Zum Beispiel das Baugebiet mitten in der City nahe der Plöner Straße – dort entstehen derzeit zahlreiche Einfamilienhäuser in hochwertiger Bauweise und mit niedrigem Energiebedarf. Letzterer wird in etlichen Bereichen rund ums Baugewerbe anhand vieler technischer und funktionaler Innovationen in der Wirklichkeit umgesetzt. Maßgeblich sind moderne Baustoffe und ihre fachmännische Verarbeitung im Bau: „Jedes Dach, das neu eingedeckt wird, muss entsprechend der EnEV gedämmt sein“, erläutert Kutkowsky. Während in den 70er Jahren Dämmmaterial in einer Stärke von vielleicht 10 Zentimetern eingebaut wurde – oft mit reichlich ungedämmten Zwischenräumen – sei heute eine Schichtdicke von über 30 Zentimetern schon durchaus üblich.

Auch in Einfeld wird kräftig gebaut. Dort entstehen nahe des Einfelder Sees mehrere größere Gebäude, sogenannte Mehrgenerationenhäuser, die unter anderem behinderten- und seniorengerechte Wohnungen bieten. Breitere Türen werden eingebaut, die Bäder werden entsprechend den Bedürfnissen angelegt – beispielsweise mit bodenebenen Duschen, die für gehbehinderte Menschen geeignet sind, und Küchen einschließlich Arbeitsbereichen, die unterfahrbar sind. „Auf diese Weise können sich dort Menschen im Rollstuhl erheblich besser bewegen“, so Lothar Kutkowsky. Weiter sind Fahrstühle ins Gebäudekonzept einbezogen, die Elektrik wurde im Voraus an den individuellen Bedarf angepasst.

Der Effekt dieses Projekts und vieler weiterer Bauvorhaben – auch solchen, die wie der intensive Ausbau des Glasfasernetzes durch die Stadtwerke nicht sichtbar, sondern nur funktional sind - wird und nach immer offensichtlicher, urteilt der Experte: „Es hat sich viel getan bei uns. Neumünster verwandelt sich langsam, aber stetig von der grauen Maus in einen weißen Schwan.“

Info zur Innung des Baugewerbes in Neumünster:

Der Baugewerbe-Innung gehören Maurer, Zimmerer und Betonbauer an. Auch Straßen- und Kanalbauer sowie Fliesenleger zählen dazu. 

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